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Künstliche Intelligenz ersetzt Selbstvertretung Behinderter

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Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) scheinen inzwischen fast unbegrenzt zu sein. Nun ist auch im Bereich der Selbstvertretung behinderter Menschen ein entscheidender Durchbruch gelungen. Nachdem ntv berichtete, dass der ChatGPT-Entwickler OpenAI Ende März 2024 verkündet hatte, bald auch Stimmen klonen zu können und dafür eine Software zum Klonen menschlicher Stimmen entwickelt habe, ging nun das Unternehmen APRIL FIRST mit einer weiteren bahnbrechenden Neuigkeit an die Öffentlichkeit. Künstliche Intelligenz kann nun die Selbstvertretung behinderter Menschen vollständig ersetzen", heißt es in einer Presseinformation des in den USA ansässisgen Unternehmens. Der Hintergrund der Ermöglichung dieser neuen Technologie ist zwar äusserst zweifelhaft, ihre neuen Möglichkeiten haben jedoch bei Vertreter*innen der Behindertenbewegung für Euphorie gesorgt.

Und so funktioniert die neue Technik nach Informationen von APRIL FIRST: Plant ein Ministerium, eine Behörde, eine Partei oder eine Fraktion im Bundestag, im Landtag, Stadt- oder Gemeinderat ein neues Gesetzgebungsverfahren oder Vorhaben, braucht man lediglich den Begriff UN-BRK-konform in das kostenfrei verfügbare Programm eingeben und nach ca. 20 Sekunden erhält man eine detaillierte Bewertung der entsprechenden Regelungen oder Vorschläge aus der Sichtweise der Selbstvertretung behinderter Menschen unter Beachtung der Regelungen der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Abschließenden Bemerkungen des UN-Ausschusses von 2015 und nun auch von 2023 seien bereits ins Programm eingearbeitet. Eine erste Testreihe habe bereits eine Treffsicherheit von 99,5 Prozent ergeben, wie es in der Presseinformation des Unternehmens heißt. Nach ca. 20 weiteren Sekunden werden dann die Vorschläge für UN-BRK-konforme Regelungen des Forum behinderter Jurist*innen eingespielt, so dass diese direkt in die Dokumente und Gesetzesvorlagen eingebaut werden könnten.

Wie die Entwicklung eines solchen Programms möglich wurde, das schildert Jessica Everywhere von APRIL FIRST erstaunlich offenherzig. „Die Grundlage unserer Künstlichen Intelligenz zur Selbstvertretung behinderter Menschen basiert auf den umfassenden Erkenntnissen der NSA. Bereits zu Beginn der Präsidentschaft von Donald Trump im Januar 2017 hat der ehemalige Präsident zusammen mit dem Geheimdienst bemerkt, dass gerade von der deutschen Behindertenbewegung viele abschätzende Äusserungen gegen seine doch so phantastische Politik öffentlich geäußert wurden. Bei einer Demonstration in Ohio wurde sogar kurz nach seiner beeindruckenden Amtseinführung Ottmar Miles-Paul bei einer Demonstration gegen ihn in Ohio gesichtet. Per Präsidialerlass wurde daraufhin angeordnet, die deutsche Selbstvertretungsbewegung behinderter Menschen intensiv zu beobachten. Die Abhör- und Spionageaktionen wurden in der Corona-Pandemie erheblich erleichtert als Vertreter*innen der Behindertenbewegung offenherzig bei Zoom-Konferenzen über ihre Belange und Strategien sprachen. Die geheimen Aufzeichnungen füllen mittlerweile ganze Datenkeller. Dabei blieb es aber nicht. Wie kürzlich aufgeflogen ist, wurden auch die von der Regierung genutzten Programme nicht nur im militärischen Bereich rege abgehört und protokolliert. Auch die vielen Online-Sitzungen mit Ministerien und Behörden zur Behindertenpolitik wurden akribisch mitgeschnitten“, berichtete Jessica Everywhere von APRIL FIRST den kobinet-nachrichten.

So kam anscheinend ein Baustein zum anderen und als Präsident Joe Biden auf Intervention der US amerikanischen Behindertenbewegung nun das aus seiner Sicht ebenfalls skandalöse Abhörmanöver der deutschen Behindertenbewegung durch die NSA stoppte, ergaben sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Zusammen mit Daten aus früheren Jahren seit des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland wurde nun der gesamte Datenvorrat in die KI von APRIL FIRST eingespeist. „Das Tolle ist, dass damit alles gesagt ist. Denn die Behindertenbewegung hat sich bei jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit zur Umsetzung der UN-BRK geäußert und auch sonst in vielen Gremien nicht mit ihrer Kritik und ihren Vorschlägen hinter dem Berg gehalten.“

Eine erste Anwendung der Künstlichen Intelligenz ist bereits für die nächste Beiratssitzung der Bundesinitiative Barrierefreiheit am 11. April geplant. Die Vertreter*innen der Behindertenverbände können an diesem Tag ausschlafen und müssen nicht nach Berlin reisen. Bei jeder Äußerung der Vertreter*innen der verschiedenen Ministerien brauchen die Techniker*innen im Kleisthaus nur das KI-Knöpfen drücken und schon kommen die Kommentare der Behindertenverbände wie von selbst, hieß es aus vertraulichen Kreisen aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Auch auf Länderebene seien entsprechende Vorhaben bereits geplant und kommunal dürfte sich das Programm sicher auch bald durchsetzen. Erprobt soll die KI auch im Europawahlkampf werden, denn auch hier hätten behinderte Menschen schon viel gesagt, was aufgezeichnet wurde.

„Phantastisch“, zu diesem Ausspruch ließ sich Prof. Dr. Sigrid Arnade hinreißen, als sie von der neuen Technologie von APRIL FIRST gehört hat. „Nun haben wir auch ganz praktisch etwas von der Trump’schen AMERICA FIRST Manie und können uns endlich auf die faule Haut legen. Mein nächster Urlaub ist schon geplant“, erklärte die Behindertenrechtsaktivistin gegenüber den kobinet-nachrichten am Morgen des 1. April 2024. Und in der Tat, das amerikanische Unternehmen bestätigte, dass gerade von Sigrid Arnade unendliche Diskussionsbeiträge, Vorträge etc. vorliegen. Das dürfte für jede Sitzung und jedes Thema reichen. Andere Vertreter*innen der Behindertenbewegung freuen sich darauf, sich wieder verstärkt auf die Beratung und Unterstützung behinderter Menschen konzentrieren zu können, anstatt in Ministerien oder in langen Online-Sitzungen zu verkümmern. Denn oft sei es sehr zweifelhaft geworden, ob überhaupt auf sie gehört wird, bzw. überhaupt wahrgenommen wird, was behinderte Menschen wollen bzw. die UN-Behindertenrechtskonvention konkret erfordert. Diesbezüglich kam auch eine Laola-Welle vom Forum behinderter Jurist*innen, das in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von Regelungen und Gesetzesvorschlägen unterbreitet hatte. An dieser Entwicklung komme wohl auch das Bundesgesundheitsministerium nicht mehr vorbei, so dass hoffentlich bald die Vorschläge des Forums in Sachen Intensivpflege gehört und umgesetzt werden.

Ein zweiter Vorteil der neuen Künstlichen Intelligenz: Sie verfügt über eine Protokollfunktion, so dass die Äußerungen behinderter Menschen direkt in die Protokolle mit aufgenommen werden. So könne niemand mehr sagen, man habe nichts gewusst. Auch bei Gesetzen könnten die Bürger*innen und Abgeordneten direkt einen Schnellcheck durchführen, ob diese UN-BRK-konform sind. Die Möglichkeiten scheinen also unbegrenzt, bis in die Amtsstuben bei der Antragstellung behinderter Menschen hinein.

Wenn die neue Technik heute am 1. April in einer außerordentlichen Bundespressekonferenz um 14:00 Uhr vorgestellt wird, hat dies bereits den Vorteil, dass niemand von der Behindertenbewegung dabei sein muss. Deren Vertreter*innen können sich also ganz dem Osterfeiertag hingeben, während die Medienvertreter*innen wahrscheinlich massenhaft der Vorstellung der neuen Technologie lauschen werden, sowohl vor Ort in Berlin als auch online. Denn auch den Medien tut es gut, wenn sie den KI-Befehl eingeben können, um Äußerungen behinderter Menschen in ihre Beiträge mit aufnehmen zu können.

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Marion
01.04.2024 11:48

Schöner 1. April-Schertz

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