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Blindgänger isolieren Menschen in den Dörfern der Ukraine

Eine ältere Frau in einem Zimmer  mit Möbeln. Die Zimmerdecke hängt zumTeil  herunter
Inna: „Wir leben zwischen Blindgängern und Landminen!“ Das Dorf Velyka Komyshuvakha ist zu 90 Prozent zerstört
Foto: M. Monier/HI

MÜNCHEN (kobinet) Der massive Einsatz von Granaten und Bomben in der Ukraine hat Straßen, Krankenhäuser und Schulen zerstört und ganze Landstriche isoliert. Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) weist auf die Gefahren durch Blindgänger hin sowie auf die prekäre Situation der Menschen, die weiterhin in den umkämpften Gebieten ausharren. Viele ältere Menschen harren in ihren zerstörten Häusern nahe der Front aus, denn viele Dörfer werden durch Blindgänger und Minenfelder isoliert.

Vor allem Ältere leben ohne Strom und Wasser in Frontnähe. In den Gebieten nahe der Front sind die meisten Einwohner evakuiert worden oder sind vor den Kämpfen geflohen. Aber nach Informationen von HI ist die große Mehrheit der älteren Menschen, darunter auch ein hoher Anteil von Menschen mit Behinderung, trotz der Bombardierungen geblieben. „Die am stärksten gefährdeten Menschen bleiben unverhältnismäßig oft in den vom Konflikt besonders betroffenen Gebieten, weil sie diese entweder nicht verlassen wollen oder können. Isolation, ständiger Beschuss und der Mangel an medizinischer Grundversorgung wirken sich auch auf die psychische Gesundheit aus und werden die Menschen noch jahrelang belasten“, erklärt Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland.

„Einige Gebiete rund um Charkiw und Dnipro im Osten sowie Mykolajiw und Cherson im Süden der Ukraine sind durch Bombardierungen und Verseuchung mit Minen und Blindgängern vom Rest des Landes abgeschnitten. Viele Menschen trauen sich bisweilen gar nicht, die prekären Unterkünfte zu verlassen. Unzählige Felder können nicht bestellt werden“, unterstreicht Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland.