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Pflegeunternehmen bangen um ihre Existenz

Die Hand einer älteren Person wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten
Gute Pflege braucht ausreichend gute Pflegende
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

BERLIN (kobinet) Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDBA) fordert, die Existenz von Pflegeunternehmen sofort zu sichern. Allein im Jahr 2023 haben mehr als 50 Pflegeunternehmen im VDAB ihren Betrieb geschlossen. In mehr als 30-jährigen Geschichte des Verbandes ist das ein trauriger Rekord.

In der ganzen Branche kommen immer mehr Pflegeeinrichtungen in wirtschaftliche Schieflage. Die Zahl der Insolvenzen und Geschäftsaufgaben steigt. Diese Entwicklung ist in vielen Fällen auf eine toxische Mischung von stark verzögerter Refinanzierung der Kosten und sinkender Auslastung auf Grund des Pflegekräftemangels zurückzuführen.

Dazu Stellt Stephan Baumann, Bundesvorsitzender des VDAB fest: „Den Pflegeunternehmen läuft die Zeit davon. Sie können nicht mehr auf langwierige Reformen warten. Um die Existenz der Unternehmen vor allem im Hinblick auf die Liquidität kurzfristig zu sichern, müssen sofort vier maßgebliche Forderungen erfüllt werden:

  • Die Einhaltung von Zahlungsfristen seitens aller Kostenträger ohne Wenn und Aber sowie klare Verzugszinsregelungen bei Verletzung der Pflichten
  • Die Regelung durch den Bundesgesetzgeber, dass Anträge auf Vergütungsvereinbarungen sechs Wochen nach Antragstellung als genehmigt gelten, wenn innerhalb dieser Frist durch Untätigkeit der Kostenträger die Verhandlungen nicht aufgenommen wurden
  • Die Refinanzierung aller Personal- und Sachkosten.
  • Die Umsetzung des gesetzlichen Anspruchs von Unternehmen auf die Finanzierung von Wagnis und Gewinn durch die Kostenträger.