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Frauenbeauftragte aus Einrichtungen schließen sich zusammen

Fotokarte zur Vernetzung
Fotokarte zur Vernetzung
Foto: KOBRA

Mainz (kobinet) "Wir wollen eine Landesarbeitsgemeinschaft gründen!“ So lautete der einstimmige Beschluss, zu dem die rheinland-pfälzischen Frauenbeauftragten aus Werkstätten und Wohnheimen der Behindertenhilfe bei ihrem Vernetzungstreffen am 31. Oktober 2023 in Mainz kamen. Die mehr als 20 anwesenden Frauenbeauftragten setzten damit das Ziel der Tagung praktisch um, denn die Veranstaltung drehte sich vor allem um die Vernetzung der Frauenbeauftragten. Ein weiteres Ziel der Veranstaltung war, die Frauenbeauftragten zu stärken und für ihr Amt zu empowern. Eingeladen zu dieser Vernetzungstagung hatte KOBRA, die Koordinations- und Beratungsstelle für Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) Mainz.

Auch Heike Jung, Abteilungsleiterin des Bereichs Frauen im rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration, betonte in ihrem Grußwort zu Beginn den wichtigen Stellenwert der Frauenbeauftragten und ihrer Arbeit für Frauen in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Christina Nedoma vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung stellte in ihrem Grußwort in Leichter Sprache heraus, warum Frauenbeauftragte unter anderem beim Gewaltschutz eine so wichtige Rolle spielen: „Frauenbeauftragte können helfen, dass es Frauen mit Behinderungen gut geht. Dass Frauen mit Behinderungen keine Gewalt erleben. Frauenbeauftragte können Gewalt in Einrichtungen verhindern und Frauenbeauftragte machen Mut zum Mut haben.“ Die neue Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Ellen Kubica, versprach: „Ich möchte Frauenbeauftragte und Frauen mit Behinderungen allgemein in ihren Rechten unterstützen und mich darum kümmern, dass sie vor Gewalt geschützt werden“.

Frauenbeauftragte stoßen in ihrem Alltag oftmals auf Probleme, ihre Arbeit auch auszuführen, wie an diesem Tag immer wieder deutlich wurde. Diese Probleme entstehen zum einen durch unklare gesetzliche Bestimmungen für Frauenbeauftragte in Wohnheimen. Zum anderen mangelt es bei Verantwortlichen in den Einrichtungen an Bewusstsein für die Wichtigkeit der Funktion der Frauenbeauftragten, so das Fazit der Beteiligten. Olga Hübner, die Projektleitung von KOBRA, sagt: „Die gesetzliche Verpflichtung der Einrichtungen zum Gewaltschutz, die seit 2021 besteht, stärkt zwar theoretisch den Status der Frauenbeauftragten in ihrer Praxis. Aber KOBRA muss leider immer noch feststellen, dass beispielsweise eine konsequente Beteiligung der Frauenbeauftragten bei der Erstellung von Gewaltschutzkonzepten noch lange nicht üblich ist. Die Politik muss die Lücke im Gesetz schließen und klare rechtliche Rahmenbedingungen für Frauenbeauftragte in Wohnheimen festlegen. Unabhängig davon sollten Verantwortliche in Wohnheimen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen aber auch endlich die Wichtigkeit der Frauenbeauftragten anerkennen, sowohl für die Gleichberechtigung als auch den Gewaltschutz.“

Der Schritt, eine Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Frauenbeauftragte in Einrichtungen in Rheinland-Pfalz zu gründen, soll helfen, gemeinsam mehr erreichen zu können. Hier gibt es bereits Vorbilder wie das Bundesnetzwerk der Frauenbeauftragten „Starke.Frauen.Machen e.V.“. „Gründet eine LAG, damit auch ihr euch politisch gut vertreten könnt in eurem eigenen Bundesland“, empfahl Nicole Burek, die im Vorstand von „Starke.Frauen.Machen e.V.“ ist, den Frauenbeauftragten aus Rheinland-Pfalz in ihrem Vortrag. Sie lieferte damit – neben der Vernetzung der Frauenbeauftragten untereinander – einen weiteren Grund für eine LAG.

KOBRA wird den Gründungsprozess der LAG Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe auch in Zukunft eng begleiten und sich somit sowohl für die Vernetzung und das Empowerment von Frauenbeauftragten als auch für mehr Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe stark machen, heißt es in der Pressemitteilung von KOBRA.

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