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Umfassender Wandel der Unterstützungssysteme notwendig

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
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Foto: Von Institut für Menschenrechte - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

BERLIN (kobinet) Viel wird über Inklusion geredet. Dennoch hält die Exklusion von Menschen mit Behinderungen weiter an. Viele behinderte Menschen wohnen in besonderen Wohneinrichtungen und arbeiten in Werkstätten. Die Mehrzahl der Kinder mit Behinderungen besucht eine Förderschule. Diesen Zustand hat der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen erst kürzlich im Rahmen der Staatenprüfung als dringendes Umsetzungsdefizit in Deutschland kritisiert.

„Befürworter*innen von Sondereinrichtungen verteidigen diese häufig als Schutzräume für behinderte Menschen“, so Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-BRK, „tatsächlich sehen sich institutionalisierte Menschen jedoch häufig in ihren grundlegenden Rechten eingeschränkt. Zum Beispiel, wenn sie alltägliche Entscheidungen nicht selbstbestimmt treffen können oder die Unterbringung in einer Einrichtung mit Freiheitseinschränkungen und Zwangsmaßnahmen einhergeht. Auch das Risiko von Gewalterfahrungen ist in Sondereinrichtungen besonders groß.“

Die Leitlinien des UN-Fachausschusses fordern aufgrund dieser menschenrechtlichen Herausforderungen einen umfassenden Wandel der Unterstützungssysteme für Menschen mit Behinderungen. Sie liefern konkrete Vorgaben für die Steuerung und Umsetzung dieser Prozesse, insbesondere die Einbeziehung der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen.

Diese Leitlinien zur Deinstitutionalisierung können von den Internetseiten des Deutschen Institutes für Menschenrechte in Alltagssprache sowie in Leichter Sprache gelesen und herunter geladen werden.