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Aktion Mensch: Inklusion an Schulen ist die Lösung, nicht das Problem

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Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Das deutsche Bildungssystem stehe aktuell vor großen Herausforderungen: Digitalisierung, eklatanter Lehrkräftemangel, sinkendes Bildungsniveau – da bleibe Inklusion auf der Strecke. In jüngsten politischen Diskussionen kam sogar die Idee auf, Inklusion an Schulen, die längst nicht flächendeckend umgesetzt werde, völlig abzuschaffen. Nach Ansicht der Aktion Mensch ist dies eine fatale Aussage. Denn ein inklusives Schulsystem biete nicht nur Chancen für alle Beteiligten, sondern auch Lösungen für das Bildungsdilemma in Deutschland. Durch Inklusion werde vor allem eine vielfältige Gesellschaft gelebt.



„Eines müssen wir vorab klarstellen: Jedes Kind hat das Recht auf inklusive Bildung, denn Inklusion ist ein Menschenrecht. Bereits seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Behinderten-rechtskonvention,“ betonte Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Das ist gut und richtig so. Denn wenn Inklusion bundesweit von Anfang an in Schulen umgesetzt wird, erleben heranwachsende Generationen, dass es normal ist, verschieden zu sein.“

Alle Kinder profitieren von inklusiver Beschulung

Das sieht auch Sabine Kreutzer so. Die Schulleiterin der inklusiven Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn betonte: „Ziel eines inklusiven Bildungssystems ist, Kinder mit und ohne Behinderung in ihrer Persönlichkeits- und Lernentwicklung individuell zu fördern. Davon profitieren alle, denn kein Kind ist wie das andere.“ Weiter meint sie: „Viele Menschen vergessen, dass mehr als 90 Prozent der Behinderungen im Laufe des Lebens erworben werden. Viele Eltern sehen in Inklusion einen vermeintlichen Nachteil. Aber schon morgen könnte ihr eigenes Kind von einem Unfall oder einer Krankheit betroffen sein.“

Nach Stand der aktuellen Entwicklung wird der Anteil an Schüler*innen mit Förderbedarf in den nächsten Jahren weiter steigen. Hinzu kommt ein wachsender Anteil an Schüler*innen mit Migrationshintergrund sowie aus sozial benachteiligten Verhältnissen. Diese Entwicklungen verstärken den Trend einer zunehmend heterogenen Schüler*innenschaft, auf die sich ein zukunftsorientiertes Schulsystem ausrichten muss.

Inklusive Bildung gehört auf politischer Agenda ganz nach oben

„Es ist traurig, dass wir die Diskussion, ob schulische Inklusion umgesetzt wird, im Jahr 2023 überhaupt noch führen müssen“, sagte Christina Marx. „Es zeigt sich, dass nur inklusive Schulkonzepte, die den unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen von allen gerecht werden, zukunftsfähig sind.“ Ende August prüft der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen außerdem zum zweiten Mal, wie Deutschland Inklusion im eignen Land umsetzt. Unter anderem wegen des separierenden Schulsystems droht Deutschland in der Staatenprüfung erneut eine Rüge der UN. „Die Politik täte gut daran, das Bildungsthema angesichts des jetzt schon bestehenden Fachkräftemangels zu priorisieren und Voraussetzung zu schaffen, dass Schulen und Lehrer*innen Inklusion erfolgreich umsetzen können“, so Marx. Denn wenn wir heute die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung für alle Kinder sicherstellen, investieren wir in unsere Gesellschaft von morgen.

Lesermeinungen

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Marion
18.08.2023 12:06

Föderales Problemland Deutschland, was im Bildungsbereich sich deutlich zeigt. In Hamburg wurde mal das Modell „Gemeinsam Lernen 2.0“ entwickelt und die damalige Akteurin hat das in vielen Schulen vorgestellt.

Gemeinsames Lernen zielte dabei nicht nur auf inklusives Lernen ab, sondern auch auf Chancengleichheit und Lernmodelle individueller Förderung.

Es ging damals auch um Auflösung von Förderschulen, die dortigen Lehrkräfte sollten dann an die Schulen um Inklusion möglich zu machen.

Ergebnis: Hamburg hat Inklusionsschulen, will noch mehr Schulen zu solchen Umbauen (leider dauern die Baumaßnahmen oft noch zu lange) und das „Gemeinsame Lernen 2.0“ funktioniert.

Sabrina Mevis
18.08.2023 09:44

Es wäre ja ganz vorbildlich, wenn die Aktion Mensch selbst einen Aktionsplan zur Inklusion hätte. Man kann viel von Anderen fordern, was man selbst nicht umsezten/bezahlen muss. Die Problematik dürfen dann die Lehrer*Innen ausbaden, auf deren Rücken die zahllosen Bildungsreformen lasten. Es ist richtig, Inklusion zu fordern, nervig ist diese Besserwisser-Attitüde, die die Aktion Mensch damit verbindet, obwohl ihre eigene Führungsriege nicht divers besetzt ist.

Marion
Antwort auf  Sabrina Mevis
18.08.2023 12:06

Lese mal meinen Kommentar, da braucht es keine neuen Konzepte, gibt es alles und sit erprobt.

Uwe N.
18.08.2023 09:41

Sprechen wir von Schulischer Inklusion steht uns ein ganz großer Punkt im Weg….. Und dieser ist NICHT der Fachkräftemangel. Sicher, der auch…..Aber es gibt einen Punkt der offenbar immer wieder übersehen wird!!

Man sollte mal schauen, was so ein Schulkind alles zu lernen hat und dem sollte man entgegenstellen, was es davon WIRKLICH braucht…….. Ich meine. Zu meiner zeit (die 70 er und 80 er Jahre) Hatten wir Schule von Motag bis Freitag…. Samstag und Sonntag waren SCHULFREI!! (Okay, ich war auf einer Schule für Lernbehinderte…. Mag sein dass es auch damals schon auf Regelschulen anders war…. Keine Ahnung) Wichtig ist aber……..

ES SIND KINDER!!! Können wir uns bitte darauf einigen, das KINDER (noch) nicht so Belastbar sind und sie Bitte auch die Möglichkeit haben sollten ihr „Kind sein“ ausleben zu können??
Müssen wir unsere Kinder echt zu „ELITE SCHÜLERN“ machen, damit die von klein auf in das System „Höher, schneller, besser, Stärker“ reingequetscht werden???

Sorry, aber da hab ich direkt den Kaffee auf!!

Marion
Antwort auf  Uwe N.
18.08.2023 12:08

Lese mal meinen Kommentar, denn der Punkt ist „individuelles Lernen“, eine Lernmethode die erprobt ist und Bildung nach Fähigkeiten des Kindes ermöglicht – Übrigens ist es ein Erfolgsmodell doch föderale Strukturen verhindern eine bundesweite Umsetzung.