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Köln (kobinet) Für viele Eltern behinderter Kinder in Köln hat das neue Schuljahr mit einer Ablehnung ihres Antrags auf Schülerbeförderung ins Gemeinsame Lernen begonnen. Am kommenden Montag, den 21. August, steht das strittige Thema erneut auf der Agenda des Kölner Schulausschusses. Der Tagesordnungspunkt musste in der letzten Sitzung verschoben werden, da die Verwaltung die angeforderten Informationen zu spät geliefert hatte. Die nun vorliegenden Zahlen belegen einer Presseinformation des Kölner Vereins mittendrin zufolge einen deutlichen Unterschied in der Bewilligungspraxis der Schülerbeförderung zu Förderschulen und ins Gemeinsame Lernen: "Während an Förderschulen in den letzten Jahren konstant 94 bis 96 Prozent der Anträge genehmigt wurden, sank die Zahl der Bewilligungen an inklusiven Schulen von 96 Prozent im Jahr 2018 auf nur noch 68 Prozent im Jahr 2022 - also rund 30 Prozent weniger als an Förderschulen", berichtet der Verein mittendrin.
„Tatsächlich ist der Unterschied noch viel größer als aus diesen Zahlen hervorgeht. Viele der bewilligten Anträge sind nur Teilbewilligungen, die für betroffene Familien gleichbedeutend mit Ablehnungen sind, da sie – wenn überhaupt – nur marginale Entlastung bei gleichzeitig hohem bürokratischen Aufwand bedeuten. Außerdem stellen viele Familien keinen Antrag, weil sie von Schulen und Schulaufsicht informiert werden, dass sie keine Chance auf Genehmigung haben, wenn ein Elternteil zum Beispiel selbstständig ist, in Gleitzeit oder im Schichtdienst arbeitet oder arbeitslos ist. In Köln haben somit nur Kinder die Möglichkeit, eine inklusive Schule zu besuchen, deren Eltern sich leisten können, die Arbeitszeit zu reduzieren, um den Fahrdienst zu übernehmen. Alle anderen Kinder werden an einer Förderschule angemeldet, womit das Recht auf Teilhabe dieser Kinder verletzt wird“, heißt es vonseiten des Vereins mittendrin.
„Bei den letzten beiden Sitzungen hat die Politik großes Verständnis für die Problematik gezeigt. Das allein hilft uns allerdings nicht.“ sagt Ute Berger, die beim Verein mittendrin die Aktionsgruppe „Schluss mit dem Zwangselterntaxi“ organisiert. „Wir fordern einen Ratsbeschluss, nach dem die Stadt Köln als wichtigen Schritt zur Umsetzung von Inklusion allen Schüler*innen mit Behinderung einen wohnartnahen Schulplatz im Gemeinsam Lernen anbietet, den sie selbstständig erreichen können. Ist das nicht möglich, muss die Schülerbeförderung organisiert und finanziert werden. Alles andere ist mit dem Inklusionsplan der Stadt Köln nicht vereinbar.“
Am kommenden Montag wird die Gruppe wieder vorm Rathaus zum Protest zusammenkommen.
Schreiben der Aktionsgruppe an die Mitglieder des Schulausschusses:
Mehr Informationen zum Thema
https://www.mittendrin-koeln.de/mitmachen/schluss-mit-dem-elterntaxi/aktionen
Fallbeispiele
www.mittendrin-koeln.de/mitmachen/schluss-mit-dem-elterntaxi/fallbeispiele




