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Sexualisierte Gewalt in Einrichtungen endlich ernst nehmen

Gertrud Servos und Claudia Seipelt-Holtmann vom Netzwerk NRW
Gertrud Servos und Claudia Seipelt-Holtmann vom Netzwerk NRW
Foto: Netzwerk NRW

Münster (kobinet) In Ennepetal wurde Ende Juli ein Demenzpfleger wegen des Verdachts auf schwere sexualisierte Gewalt gegen mindestens neun Frauen mit Demenz festgenommen. Vor diesem Hintergrund fordert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW (Netzwerk NRW) von der nordrhein-westfälischen Landesregierung weitere Maßnahmen, um die Schutzlücke für Frauen mit Behinderungen zu schießen.

„Wir fordern klare Signale vom Sozial-, Gleichstellungs- und Justizministerium: Frauen und Mädchen mit Behinderung sind keine ‚geborenen Opfer‘. Unser Recht auf Selbstbestimmung und Sicherheit gilt überall, ob in Wohneinrichtungen, in der Schule, in der Familie oder in der Freizeit,“ erklärte Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann. Das Netzwerk NRW engagiert sich seit Jahren für eine bessere Vernetzung der Frauenhilfestruktur vor Ort mit dem institutionellem Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe.

„In Wohneinrichtungen fehlt oft das Wissen zu sexualisierter Gewalt, Anzeichen, Hilfemöglichkeiten und Umgang mit den Folgen,“ erklärte Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos. „Zudem brauchen wir ein gesellschaftliches Zeichen an mögliche Täter: Jede sexualisierte Gewalt wird hart bestraft!“

Die Netzwerk-Sprecherinnen verweisen auf das Projekt „Sicher, Stark und Selbstbestimmt – vernetzt!“ Das Projekt stärkt beispielhaft die Kooperation von stationären Einrichtungen mit lokalen Hilfsangeboten sowie die Selbstvertretung von Frauen in Werkstätten. Ziel ist es, Frauen mit Behinderung besser vor Gewalt zu schützen.

„Im Fall mutmaßlicher schwerer sexueller Übergriffe einer Pflegekraft auf demenzkranke Frauen in einem Heim in Ennepetal geht die Staatsanwaltschaft von weiteren Opfern aus. Bisher waren neun Frauen zweifelsfrei identifiziert, denen ein 51-jähriger Mitarbeiter seit 2021 schwere sexuelle Gewalt angetan haben soll“, heißt es in einem Bericht der Ruhr-Nachrichten vom 1. August 2023 zu den aktuellen Ermittlungen.

Link zum vollständigen Bericht der Ruhr-Nachrichten vom 1. August 2023