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Bündnis Pro Inklusion in Rheinland-Pfalz kritisiert Schulverordnungsentwürfe

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Mainz (kobinet) Mit einer deutlichen Stellungnahme hat das Rheinland-Pfälzische Bündnis Pro Inklusion auf die zwei geplanten neuen Schulordnungen für Förderschulen und für inklusiven Unterricht an öffentlichen Schulen reagiert. "Die beiden Schulordnungsentwürfe sind Enttäuschung und Ärgernis zugleich", heißt es im Fazit der Stellungnahme und weiter, "Wir erwarten von der Regierungskoalition eindeutige Vorgaben im Hinblick darauf, dass endlich der Transformationsprozess weg von dem separierenden, mehrfach gegliederten Schulsystem hin zu einem inklusiven System für alle Kinder und Jugendlichen ernsthaft begonnen wird."



Die im Bündnis vereinten Verbände sehen in den vorgelegten Entwürfen grundsätzlich keinen Fortschritt für das Recht auf inklusiven Unterricht, wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist. Das Bündnis pro Inklusion hatte Anfang 2022 einen Aufruf für ein inklusives Schulsystem in Rheinland-Pfalz unter dem Titel „Stillstand beenden – Menschenrecht auf ein inklusives Schulsystem umsetzen“ veröffentlicht, den damals viele weitere Verbände und Organisationen unterzeichnet hatten. Ein Bemühen des Bildungsministeriums hin zu einem inklusiven Schulsystem sei aber nach wie vor nicht zu erkennen. Bereits in der Vorstellung der neuen Schulordnungen stellte das Bildungsministerium klar: „Die Regel-, Schwerpunkt- und Förderschulen sind – und bleiben – die drei Säulen eines inklusiven Bildungsangebotes.“

Damit verstoße das Bundesland nach Ansicht des Bündnisses weiterhin ganz offen gegen die Regelungen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und könne somit ein Verfahren des zuständigen UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen nach Art. 6 des Fakultativprotokolls zur UN-BRK auslösen.

„Wir sehen letztlich keinen Fortschritt für die Inklusion und für die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Land Rheinland-Pfalz. Die offensichtliche Verweigerungshaltung des Bildungsministeriums macht einfach nur noch müde und wütend“, so Oliver Pfleiderer, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen (LAGS). Die LAGS ist der Dachverband von über 50 Selbsthilfeorganisationen in Rheinland-Pfalz mit über 80.000 Einzelmitgliedern und von Anfang an Teil des Bündnisses Pro Inklusion.

Die gemeinsame Stellungnahme wurde von den Verbänden

• Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule (GGG) – Landesverband RLP

• Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben Gemeinsam Lernen

• Unabhängige rheinlandpfälzische Initiative EINE Schule für ALLE länger gemeinsam lernen

• Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen (LAG Selbsthilfe)

gemeinsam verfasst.

Link zur Stellungnahme: https://lagcloud.org/s/o8j34oYHAy5yrdi