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Forderungen zum inklusiven Wohnen vorgestellt

Holger Kiesel im Rollstuhl sitzend
Holger Kiesel
Foto: Der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung

München (kobinet) Inklusives Wohnen bedeutet, Menschen mit Behinderung können selbst wählen, wo, mit wem und vor allem in welcher Form sie leben möchten, und zwar in der Mitte der Gesellschaft. Laut Holger Kiesel, dem Behindertenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung ist dies eine besonders wichtige Voraussetzung für die Inklusion in allen Lebensbereichen, die es in Bayern noch umfassender und engagierter gemeinsam zu verwirklichen und zu stärken gilt. Aus diesem Grund startete Holger Kiesel gemeinsam mit dem Verein WOHN:SINN und der Aktion Mensch das Projekt "Inklusives Wohnen in Bayern stärken“ im Sommer 2022. Nach vielen Treffen von Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen rund um das inklusive Wohnen, bestehend zum Beispiel aus Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Behinderung, Angehörigen, Verbänden und Leistungserbringern, ist es jetzt endlich so weit: die gemeinsamen Empfehlungen und Forderungen für Entscheidungsträgerinnen und -träger auf allen Ebenen wurden vorgestellt.

„Inklusives Wohnen ist für mich eine besondere Herzensangelegenheit und die harte Arbeit ALLER Beteiligten hat sich gelohnt! Es ist ein Katalog voller sehr konkreter und handfester Forderungen und Empfehlungen rausgekommen, die jetzt von den Verantwortlichen umgesetzt werden müssen. Wichtig ist mir vor allem die Schaffung einer Fachstelle für inklusives Wohnen. Wir brauchen dringend in Bayern einen Ort, an den sich alle Beteiligten wenden können, damit sie die nötigen Informationen erhalten und ein stabiles Netzwerk entsteht. Insgesamt müssen die Bekanntheit und der Stellenwert des inklusiven Wohnens in Politik und Gesellschaft in Bayern weiter deutlich wachsen. Dazu tragen wir mit unserem Projekt und unseren Empfehlungen einen wichtigen Teil bei“, erklärte Holger Kiesel.

„Die Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ein anerkanntes Ziel, doch häufig auch nur ein politisches Lippenbekenntnis. Mit unseren Forderungen werden wir konkret. 57 Personen aus ganz Bayern und mit unterschiedlichsten Expertisen haben sie zusammen entwickelt. Wir rufen die politischen Entscheider und Entscheiderinnen aller Ebenen auf: Schließt Euch uns an und ebnet den Weg für mehr inklusives Wohnen in Bayern.“, so Tobias Polsfuß, Geschäftsführer des Vereins WOHN:SINN – Bündnis für inklusives Wohnen.

Zum Hintergrund:

Inklusives Wohnen ist seit Jahren eine zentrale Forderung der Menschen mit Behinderung. Bayernweit herrscht ein großer Mangel an bezahlbaren, rollstuhlgerechten (R-Wohnungen) und barrierefreien Wohnungen. Insbesondere fehlt es an inklusivem, u.a. familienfreundlichem Wohnraum, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam wohnen können. Holger Kiesel hat bereits zu Beginn seiner Amtszeit 2019 inklusives Wohnen zu einem seiner Kernthemen gemacht. Mehr Informationen gibt’s auf https://www.behindertenbeauftragter.bayern.de/aktivitaeten/projekte/ und www.wohnsinn.org/bayern.