
Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) Die Bertelsmann Stiftung hat ihren aktuellen Report zur Kinderarmut vorgestellt. Daraus geht nach Informationen des Sozialverband VdK hervor, dass es rund drei Millionen Kinder in Deutschland gibt, die von Armut bedroht und betroffen sind. Dennoch sehe der Haushaltsentwurf des Finanzministers nur zwei Milliarden Euro als Merkposten für die Kindergrundsicherung vor. An der Kindergrundsicherung dürfe aber nach Ansicht der Präsidentin des Sozialverband VdK Deutschland Verena Bentele nicht gespart werden.
„Das sind erschreckende Zahlen zur Kinderarmut: Mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland war im vergangenen Jahr von Armut bedroht oder betroffen. Diese Zahlen lassen sozialpolitisch nur einen einzigen Schluss zu: Wir benötigen eine Kindergrundsicherung, die so hoch ist, dass alle Kinder wirklich finanziell abgesichert werden. Im Bundeshaushalt sollen aber gerade einmal 2 Milliarden Euro als Merkposten für die Kindergrundsicherung eingeplant sein. Das ist deutlich zu wenig und weit davon entfernt, dass Kinder in ihrer Lebensrealität eine deutliche Verbesserung spüren würden. Den Rotstift beim Kampf gegen Kinderarmut zu zücken, ist komplett falsch! Am Wohlergehen von Kindern darf nicht gespart werden. Deutschland hat zwar eine Vielzahl an familienpolitischen Leistungen, trotzdem hat sich die Kinderarmut in den letzten Jahren weiter zementiert. Das zeigt mir: Die Leistungen kommen bei den Betroffenen nicht an und reichen nicht aus. Jetzt braucht es einen Neustart im gemeinsamen Einsatz gegen Kinderarmut“, erklärte VdK Präsidentin Verena Bentele.
Im monatelangen Streit über die Einführung einer Kindergrundsicherung hat sich die Regierungskoalition einem ntv-Bericht zufolge nach den Worten von Familienministerin Lisa Paus auf das weitere Vorgehen geeinigt. „Jetzt haben wir Klarheit, jetzt gibt es ein Einvernehmen“, sagte die Grünen-Politikerin in den ARD-„Tagesthemen“. „Die Kindergrundsicherung kommt. Am Ende des Sommers wird ein Gesetz im Kabinett beschlossen. Und es wird tatsächlich Leistungsverbesserungen geben“, wird Lisa Paus auf ntv zitiert. Dabei habe sie Kanzler Olaf Scholz an ihrer Seite. Es gehe nun in der Koalition nur noch um „kleine Dinge, die miteinander zu klären sind“, heißt es auf ntv.




