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Schlechte Aussichten für Eltern behinderter Kinder

Eine Mutter hält die Hand von ihrer Tochter beim Ausmalen von einem Kinderbuch
Familien, die Kinder mit Behinderungen haben, werden in vielerlei Hinsicht behindert
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

DÜSSELDORF (kobinet) Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) sieht in dem heute dem Bundestag zur ersten Beratung vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung für das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) eine massive Verschlechterung gegenüber dem Referentenentwurf vom 24. Februar dieses Jahres. Im Referentenentwurf war noch ab 2024 ein gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in Höhe von 3.386 Euro vorgesehen. Im vorliegenden Gesetzentwurf wurde dieser kurzerhand wieder gestrichen.

„Das sind schlechte Aussichten für Eltern behinderter Kinder“, empört sich Beate Bettenhausen, Vorsitzende des bvkm. „Wir hatten uns zu Jahresbeginn sehr über die geplante neue flexible Entlastungsmöglichkeit für pflegende Eltern gefreut und sind deshalb nun von der Bundesregierung maßlos enttäuscht.“

Von einem Pflegegesetz, das seinem Namen nach „Unterstützung und Entlastung“ verspricht, hatte der bvkm, der bundesweit 28.000 Familien mit behinderten Kindern vertritt, mehr erwartet. „Pflegende Eltern sind oft am Limit. Sie brauchen Auszeiten und Erholung von der Pflege, um gut für sich und ihre Kinder sorgen zu können. Der geplante Gemeinsame Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege hätte den Eltern deutlich bessere Entlastungsmöglichkeiten verschaffen können, als das bislang der Fall ist“, macht Beate Bettenhausen deutlich.

Die Vorsitzende des bvkm fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages deshalb kurz und bündig auf: „Der Gemeinsame Jahresbetrag muss zurück ins PUEG. Das ist der Gesetzgeber pflegenden Eltern schuldig.“