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In Niedersachsen wird Freiwilligendienst für Menschen mit und ohne Behinderung möglich

FÖJ 2012/13 BDK 2 von TheInfinity

Dieses Artikelbild ist lizenziert unter Creative Commons BY 2.0 .


VERDEN (kobinet) Allein in Niedersachsen können jedes Jahr gut 300 junge Menschen zwischen 16 und 26 eine Chance zum Freiwilligen Ökologischen Jahr auf einem Biohof nutzen. Dabei gibt es die Möglichkeit, „den Horizont zu erweitern und mehr über sich selbst zu lernen“ wie die Homepage der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) informiert.

Unter jungen Menschen mit Behinderung ist diese Möglichkeit allerdings bisher wenig bekannt. Das soll anders werden, hatte sich ein Team des „Netzwerk alma“ (arbeitsfeld landwirtschaft mit allen) vorgenommen und in Kooperation mit der NNA das Projekt „FÖJ für ALLE!“ ins Leben gerufen. Das gemeinsame Ziel ist es, das FÖJ für junge Menschen mit Behinderung zugänglicher zu gestalten.

An vielen Stellen ist das jedoch in Niedersachsen geglückt, so die erste Zwischenbilanz. Auch in Verden spürt man Stolz, wenn das Projektteam von Florian G. und den acht weiteren Teilnehmer*innen berichtet, die über das Netzwerk alma* 2022 ihren FÖJ Platz gefunden haben: „In den letzten Wochen haben wir viele von ihnen zu ersten Reflexionsgesprächen besucht. Es ist schön zu sehen, wie freudig und motiviert die jungen Menschen ihre Aufgaben angehen und wie viel alle Beteiligten in diesen Wochen dazugelernt haben“, schildert Stefanie Hecht. Mit Beteiligten meint die Projektmitarbeiterin dabei ausdrücklich auch die Teams bei den Einsatzstellen und den Seminaren. Denn Inklusion könne vor allem dann gelingen, wenn auch das Umfeld trainiert, sich auf die Möglichkeiten der einzelnen Menschen einzustellen. Ein Prozess, von dem nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren, davon ist die Pädagogin überzeugt.

„Wir wollen kein Sonder-Programm für Menschen mit Behinderung auflegen“, betont Initiatorin Rebecca Kleinheitz. „Vielmehr wollen wir einige der Hürden abbauen, vor denen junge Menschen mit Behinderung stehen, um ihnen den gleichen Zugang zu Wahl- und Orientierungsmöglichkeiten zu eröffnen wie anderen auch.“

Möglich wird dieses Engagement durch eine Förderung der Aktion Mensch. Auch für die Fragen der Teams auf den Einsatzstellen oder beim Partner Alfred Toepfer Akademie haben Stefanie Hecht und Jan Bruns im Verdener Büro ein offenes Ohr. Dabei geht es seltener um Rampen oder Stufen, sondern um Übung im inklusiven Miteinander: „Viele Barrieren entstehen eher durch unsere Denkgewohnheiten und Erwartungen“, beobachtet Jan Bruns. „Barrieren abzubauen bedeutet da zum Beispiel genauso, die spannenden Themen auf den Seminaren so rüber zu bringen, dass alle etwas davon mitnehmen“.

Für weitere Informationen lohnt sich ein Blick auf diese Internetseite.