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Pflege darf nicht zu Armut und Altersarmut führen

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Foto: VdK Baden-Württenberg

STUTTGART (kobinet) Der Sozialverband VdK in Baden-Württemberg kritisiert hohe Eigenanteile der Heimbewohner, fordert eine Rückkehr zur Investitionskosten-Förderung und mahnt auch bei häuslicher Pflege dringenden Reformbedarf an. Diese Forderungen hat der Verband zusammen mit 100.000 Unterschriften an das Sozialministerium des Landes übergeben.

„Das Land Baden-Württemberg muss wieder die Investitionskosten für Pflegeheime übernehmen! Dies ist ein wichtiger Schritt, um die hohen Eigenanteile der Heimbewohner zu reduzieren“, appellierte der Ehrenvorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg, Roland Sing, erneut an die Landesregierung. Beim VdK-Gesundheitstag in der Liederhalle Stuttgart übergaben Sing und der Landesvorsitzende Hans-Josef Hotz im Beisein von rund 1.200 Besucherinnen und Besuchern 100.000 Unterschriften an Ministerialrätin Dr. Angela Postel. Sie nahm die Unterschriften stellvertretend für Sozialminister Manfred Lucha entgegen, der per Videobotschaft in den Hegelsaal zugeschaltet war.

„Leider gilt weiterhin: Pflege macht arm!“, so Roland Sing. Er verwies auf durchschnittliche Eigenanteile in Höhe von monatlich 2.555 Euro im Südwesten, die mit üblichen Renten nicht zu stemmen seien.

Und der VdK-Ehrenvorsitzende hob hervor, dass bereits über 30 Prozent der 94.000 Pflegeheimbewohner auf „Hilfe zur Pflege“ angewiesen seien. „Dabei war die gesetzliche Pflegeversicherung einst geschaffen worden, um die Sozialhilfeabhängigkeit der Heimbewohner zu verhindern“, erinnerte Sing und hob den heute wieder gestiegenen und zugleich entwürdigenden Sozialhilfebedarf der pflegebedürftigen Menschen hervor.

Viel Reformbedarf sieht der Sozialverband VdK auch bei der häuslichen Pflege und hat hierzu schon im Frühjahr 2022 die Kampagne #naechstenpflege gestartet.

Außerdem plädierten der Landesvorsitzende Hans-Josef Hotz und der stellvertretende VdK-Bezirkschef für Nordwürttemberg, Frank Stroh, für eine dem Elterngeld vergleichbare Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige. „Denn, die Pflege geliebter Menschen darf nicht zu Armut und späterer Altersarmut führen!“.