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Dennis Sonne: Jetzt gilt es, das geschriebene Wort umzusetzen

Dennis Sonne im Landtag von NRW
Dennis Sonne im Landtag von NRW
Foto: Dennis Sonne

Düsseldorf (kobinet) Für Dennis Sonne, der bei der Wahl des Landtags von Nordrhein-Westalen am 15. Mai 2022 für die Grünen den Einzug in den Landtag geschafft hat, gilt es nun das geschriebene Wort im Koalitionsvertrag umzusetzen. Das teilte der engagierte Rollstuhlnutzer, der von Beruf Finanzwirt ist, kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul im Interview mit.

kobinet-nachrichten: Von null auf hundert, könnte man so die Entwicklung der letzten Monate für Sie beschreiben? Wie ist es nun plötzlich im Landtag von Nordrhein-Westfalen zu sein, an Koalitionsverhandlungen mitgewirkt zu haben und in einer Regierungsfraktion mitarbeiten zu können?

Dennis Sonne: Von null auf hundert trifft es ziemlich genau. Selbst als optimistischer Mensch war für mich der Gedanke, dass ich tatsächlich in den Landtag einziehen darf, nicht sehr präsent. Aber die Mühe und das Engagement von mir und meinen Mitstreiter*innen von den Grünen und aus dem privaten Umfeld hat Früchte getragen. Das Privileg Politik jetzt hauptamtlich machen zu dürfen und meine ganze Energie in die Dinge zu investieren, die mir wichtig sind, wird mir jeden Tag bewusster. Es fühlt sich gut an, was nicht zuletzt an den tollen Mitarbeiter*innen im Landtag und meiner Fraktion liegt.

kobinet-nachrichten: Wie sind die Koalitionsverhandlungen aus Ihrer Sicht in Sachen Behindertenpolitik gelaufen?

Dennis Sonne: Ich habe das erste Mal an Koalitionsverhandlungen teil genommen, daher habe ich keine Vergleichswerte. Ich bin mir allerdings sehr sicher, dass die vielen Punkte, die Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen betreffen, weitreichende Folgen und Erfolge für unser Bundesland haben können. Das knapp 150 Seiten starke Papier hat in jedem politischen Ressort Punkte, die Barrierefreiheit und Inklusion betreffen. Von Gesundheit über Arbeit, zu Bildung und Verkehr. Wir haben mit diesem inklusiven Koalitionsvertrag, mit dem Namen „Zukunftsvertrag“, ein Zeichen für Inklusion und für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gesetzt. Jetzt gilt es, das geschriebene Wort umzusetzen.

kobinet-nachrichten: Auf welches Thema freuen Sie sich besonders, bzw. welche Maßnahme aus dem Koalitionsvertrag ist Ihrer Meinung nach am spannendsten?

Dennis Sonne: Ich finde grundsätzliche alle Bereiche spannend. Als Kind vom Land und als jemand, der gerne mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchte, freue ich mich, dass bei der Mobilität endlich etwas passiert. Als Mensch mit Mobilitätseinschränkungen in Nordrhein-Westfalen endlich den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) selbstständig und ohne Hilfe zu nutzen – darauf freue ich mich. Dazu haben wir uns mit dem Koalitionspartner, der CDU, über einen interministeriellen Ausschuss für Inklusion verständigt. Dieser soll als Schnittstelle für alle Bereiche fungieren, damit Inklusion in allen Bereichen gelingen kann.

kobinet-nachrichten: Und wo lauern große Herausforderungen?

Dennis Sonne: Das wird sich zeigen.

kobinet-nachrichten: Wie sind Ihre ersten Eindrücke von der Barrierefreiheit des Landtags?

Dennis Sonne: Ich komme sehr gut im Landtag klar. Es gibt genügend barrierefreie Toiletten und Fahrstühle. Da das Gebäude sehr komplex ist, muss man sich erstmal zurecht finden und lernen, welcher Aufzug wo hinfährt. Außerdem gibt es ausgesprochen freundliche und hilfsbereite Menschen, die ich bei auftretenden Barrieren ansprechen kann.

kobinet-nachrichten: Was steht jetzt als nächstes an?

Dennis Sonne: Innerhalb der Sommerferien ist Sitzungspause. Das bedeutet, dass keine Plenarsitzungen und Ausschusssitzungen stattfinden. Daher nutze ich aktuell die Zeit, um Termine wahrzunehmen, für die ich außerhalb der Ferien selten Zeit habe. Nach knapp sieben Monaten harter Arbeit im Wahlkampf, Koalitionsverhandlungen und der Einfindungszeit im Landtag freue ich mich aber auch auf zwei Wochen Urlaub. Ein wenig Zeit zum Entspannen ist auch wichtig, um nach der Sitzungspause motiviert und mit voller Leistung starten zu können.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Dennis Sonne: Ich habe zu danken!