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Weichenstellung für inklusives Schulsystem in Nordrhein-Westfalen gefordert

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Düsseldorf (kobinet) Das nordrhein-westfälische Bündnis Eine Schule für alle fordert die CDU und Bündnis 90/ Die Grünen auf, bei ihren Koalitionsverhandlungen die strukturellen Defizite im Schulsystem anzugehen, statt sie auf der Basis des sogenannten Schulfriedens lediglich fortzuschreiben. "Wer Bildungsgerechtigkeit und Inklusion will, muss erkennen, dass das extrem zergliederte selektive Schulsystem mit dem segregierten Förderschulsystem in NRW diesen Zielen entgegensteht. Deshalb fordern wir den schrittweisen Umbau vom selektiven zu einem inklusiven Schulsystem, in dem alle Kinder lange mit- und von einander lernen können“, erklärt Uta Kumar vom NRW Bündnis angesichts der nun anstehenden Koalitionsverhandlungen.

„Der klimaneutrale und soziale Umbau, auf den sich beide Parteien verpflichtet haben, gelingt nur dann, wenn die verkrusteten Strukturen des gegliederten Schulsystems aufgebrochen werden“, ergänzt Wolfgang Blaschke für das Bündnis, „denn es ist auf Gewinner und Verlierer ausgerichtet und fördert so Konkurrenz und nicht den Gemeinsinn.Wir brauchen den Wandel zu einem inklusiven Schulsystem, das auf gleichberechtigte soziale Teilhabe, Selbstbestimmung und Gemeinsamkeit in einer Schule für alle setzt.“

Zur Verwirklichung eines inklusiven Schulsystems im Sinne der Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention fordert das NRW-Bündnis von der zukünftigen Landesregierung diese ersten Schritte:

– Den Verzicht auf inklusionsfeindliche Selektionsmaßnahmen in allen Schulformen, die Ausgrenzung und Ausschluss aus der Gemeinschaft nach sich ziehen wie beispielsweise die Klassenwiederholung und die Abschulung, und stattdessen die Entwicklung einer inklusiven Lernkultur, die alle SchülerInnen mit ihren unterschiedlichen Potentialen anerkennt, individuell fördert und ermutigt.

– Einen Plan für den konsequenten Abbau des menschenrechtswidrigen Förderschulsystem und den Transfer der freiwerdenden Ressourcen in die allgemeinen Schulen in Übereinstimmung mit der Monitoring-Stelle am Deutschen Institut für Menschrechte.

– Die gesetzliche Verankerung der PRIMUS-Schule und deren Ausbau als zukunftsweisendes inklusives Strukturmodell.