Werbung:
Hilfsabfrage.de Flucht Behinderung
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Text Live-Blog Flucht und Behinderung
Springe zum Inhalt

Aufruf beim Katholikentag zu mehr gelebter Inklusion in Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft

Plakat zur Ankündigung der Kirchentagsveranstaltung
Plakat zur Ankündigung der Kirchentagsveranstaltung
Foto: Hildegardis Verein

Stuttgart (kobinet) Vielfalt und Inklusion müssen in Deutschland kreativer gestaltet werden: Das forderten hochrangige Expert*innen des vom Hildegardis-Verein auf dem diesjährigen Katholikentag in Stuttgart veranstalteten Podiums "Vielfalt gestalten. Wie wir es schaffen, Inklusion selbstverständlich zu leben“. Mit dabei bei der Veranstaltung am 28. Mai waren der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, sowie weitere hochrangige Expert*innen aus dem Bereichen Inklusion in Hochschule, Wirtschaft und Kirche, wie der Hildegardis-Verein in einer Presseinformation mitteilt.

"Inklusion ist zentral für eine gute Demokratie. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen muss im wirklichen Sinne selbstverständlich sein“, sagte Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, bei der Veranstaltung. "Deswegen muss bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland gelten: Nicht kleckern, sondern klotzen.“ Dr. Hannah Schepers, stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, hob hervor, Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit müssten in allen Bereichen viel stärker zusammen gedacht werden. Vor allem im Berufsleben sei Gendergerechtigkeit noch Zukunftsmusik. "Bereits in unseren zahlreichen Mentoring-Projekten für Frauen mit Behinderung haben wir beobachtet, dass diese mehr benachteiligt werden als Männer,“ sagte sie. Dies habe im vergangenen Jahr auch eine Studie der Aktion Mensch bestätigt. "Daher setzen wir im Hildegardis-Verein darauf auch weiterhin unseren Fokus“.

Dass es im Arbeitsbereich noch viel zu tun gibt, wenn es um gelebte Inklusion geht, betonte auch Olaf Guttzeit, Inklusionsbeauftragter bei Boehringer Ingelheim und Vorsitzender beim UnternehmensForum, einem bundesweiten und branchenübergreifenden Zusammenschluss von Konzernen und mittelständischen Firmen, die Menschen mit Behinderung die volle Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen wollen. "Die Wirtschaft braucht Menschen mit Behinderung. Ihre Fähigkeiten sind entscheidend, um im demografischen Wandel alle Potenziale zu nutzen, aber auch um die Vielfalt und Innovationskraft von Unternehmen zu sichern,“ unterstrich Olaf Guttzeit. "Die Beschäftigung von Menschen mit Teilhabebedarf ist alternativlos.“

Welchen Beitrag die Kirchen für mehr Inklusion leisten können, darüber sprach Julia Schönbeck, Theologiestudentin und Aktivistin für Inklusion der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Inklusion darf nicht an Diakonie und Caritas outgesourct werden. Sie muss Mainstream sein, als roter Faden in allen Ausschüssen und Themenbereichen mitgedacht werden,“ forderte sie. In allen Bereichen der Gesellschaft müssten "behinderte Menschen in aktiver Rolle eingebunden und gehört werden“.

Moderiert wurde das Podium von der Juristin Silke Schönfleisch-Backofen. Der Tenor auf dem Podium in der Stuttgarter Liederhalle war, dass auf dem Arbeitsmarkt sowie von Seiten der Gesellschaft, Kirche und Politik noch viel zu tun sei, um Vielfalt zu gestalten und Inklusion selbstverständlich zu leben. Es gebe bereits viele gute Beispiele von Hochschulen, dem UnternehmensForum sowie Mentoring-Programme mit Studierenden und Akademiker*innen mit Behinderung.

Der 1907 gegründete Hildegardis- Verein zur Förderung von Frauenstudien führt seit 15 Jahren Projekte in diesem Bereich durch. In diesem Jahr starten neu das Mentoring-Projekt BESSER für Frauen mit Behinderung auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit und InklusionsGuides, bei dem Studentinnen mit Behinderung als Guides Unternehmen ihre erfahrungsbezogene Expertise anbieten. Der Verein vernetzt mehr und mehr Frauen mit und ohne Behinderung aus seinem Netzwerk bei Online- und Präsenzveranstaltungen, wie zuletzt bei einem Wochenende mit intuitivem Bogenschießen.

Stuttgart (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scluy39