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Angelika Glöckner tritt für vierte Stufe der Ausgleichsabgabe ein

Angelika Glöckner
Angelika Glöckner
Foto: Foto: Deutscher Bundestag

Berlin (kobinet) Die kobinet-nachrichten haben einer Reihe von Bundestagsabgeordneten, die bisher für die Behindertenpolitik ihrer Fraktionen zuständig waren, bzw. zukünftig dafür zuständig sein könnten, Interviewfragen zugeschickt. Im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul bezeichnete die bisherige Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Angelika Glöckner, u.a. die Einführung einer vierten Stufe der Ausgleichsabgabe, die den Druck auf Unternehmen erhöht, ihrer Verantwortung nachzukommen, mehr Menschen mit Behinderungen einzustellen, als ein konkretes Projekt, das es anzupacken gilt.

kobinet-nachrichten: Herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl als Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Was haben Sie sich persönlich für die neue Legislaturperiode vorgenommen?

Angelika Glöckner: Vielen Dank. Als Teil eines neuen Regierungsbündnisses werden die nächsten vier Jahre auf jeden Fall spannend. Die Union hat uns in unseren Vorhaben lange blockiert. Das wird sich jetzt hoffentlich ändern. Für mich ist es wichtig, die Themen durchzusetzen, die wir schon seit Jahren fordern. Das gilt natürlich auch in der Behindertenpolitik.

kobinet-nachrichten: Welche behindertenpolitischen Herausforderungen sehen Sie für die kommenden vier Jahre?

Angelika Glöckner: Die zwei großen Themen sind und bleiben Inklusion und Barrierefreiheit. Daran arbeiten wir schon lange und da werden wir auch weiter machen. Egal ob es um das Verhindern von digitalen oder baulichen Barrieren geht oder der besseren Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in der politischen Partizipation. Ich sehe och ganz konkrete Projekte, die es anzupacken gilt, z.B.:

- die Reform des Werkstattentgelts, damit Werkstattbeschäftigte fair entlohnt werden,

- die Stärkung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements, damit Menschen, trotz Einschränkungen wieder in ihren Job wechseln können

- sowie die Einführung einer vierten Stufe der Ausgleichsabgabe, die den Druck auf Unternehmen erhöht, ihrer Verantwortung nachzukommen mehr Menschen mit Behinderungen einzustellen.

Wie es sich für eine Sozialdemokratin gehört, will ich die Rechte der Schwerbehindertenvertretungen verbessern. Sie sehen also: Es gibt viel zu tun.

kobinet-nachrichten: Werden Sie weiterhin für die Behindertenpolitik der SPD-Bundestagsfraktion zuständig sein?

Angelika Glöckner: Genug zu tun gäbe es. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mich weiterhin dafür einzusetzen.

kobinet-nachrichten: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären dies für die Behindertenpolitik?

Angelika Glöckner: Erstens bundesweit einheitliche Vorgaben bei der baulichen Barrierefreiheit. Das ist ja Ländersache.

Zweitens eine Inklusionspolitik, die ganzheitlich gedacht wird. Egal ob es um Arbeit, Bildung oder Freizeit geht.

Drittens einen Europäischen Behindertenausweis, denn Europa sollte auch in der Behindertenpolitik stärker zusammenarbeiten.

kobinet-nachrichten: Sehen Sie die SPD in einer möglichen Koalition mit den Grünen und der FDP eher als Treiber oder Bremser in Sachen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Schaffung von Barrierefreiheit im privatwirtschaftlichen Bereich?

Angelika Glöckner: In der Opposition haben sich Grüne und Liberale geradezu überboten in ihren Forderungen. Ich bin gespannt, ob sie es schaffen, ihre guten Vorsätze in echtes Regierungshandeln umzusetzen. Für die Menschen mit Behinderungen in unserem Land hoffe ich das inständig. Die SPD ist auf jeden Fall bereit.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Links zu weiteren aktuellen Interviews mit Bundestagsabgeordneten zur Behindertenpolitik:

Link zum Interview mit Hubert Hüppe von der CDU

Link zum Interview mit Sören Pellmann von der Linken

Link zum Interview mit Wilfried Oellers von der CDU

Berlin (kobinet) Kategorien Interview

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sadoqu5


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Uwe Heineker (@uwe-heineker-2)
19.11.2021 08:08

Nur eine Reform des Werkstattentgelts, damit Werkstattbeschäftigte fair entlohnt werden, alleine ist nicht ausreichend - es muss vor allem auch darum gehen, dass endlich die antiquitierte und menschenrechtswidrige Sonderstruktur Werkstatt ausläuft!

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