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Eine Rollstuhl-Erlebnisreise von Makus Igel

Markus Igel in Hamburg
Markus Igel in Hamburg
Foto: GIAMBO

Bad Kreuznach / Hamburg (kobinet) Vor kurzem ist Markus Igel, der schon seit vielen Jahren immer wieder um die Finanzierung seiner Assistenz kämpfen muss, auf Reisen gegangen. Genau gesagt ging es von Bad Kreuznach nach Hamburg, wo er schöne Tage verbrachte, über die er im folgenden Beitrag für die kobinet-nachrichten berichtet.

Bericht von Markus Igel

Am Samstagabend, den 2. Oktober, stieg meine Vorfreude und war kaum noch auszuhalten. Ich sah mir sämtliche Rollstuhl-Erlebnisreise-Videos auf YouTube an. Dann ging es am nächsten Tag los Richtung Bahnhof. Mein Assistent und ich fuhren nach Frankfurt am Main und trafen dort auf die Assistentin Ramona von Rollsuhl-Erlebnisreisen GIAMBO. Da unser Zug Verspätung hatte, begannen wir die Reise bereits im Frankfurter Bahnhofsviertel mit einer leckeren Shisha.

Danach bestiegen wir den ICE und tauschten uns über das äthiopische Essen aus, das für den Abend auf dem Plan stand. Am Hamburger Hauptbahnhof erwartete uns schon freudig Heiko Reh, der Geschäfstführer der Rollstuhl-Erlebnisreisen GIAMBO gUG. Er brachte uns mit einem rollstuhlgerechten Bus in das afrikanische Bistro. Dort genoss ich ein leckeres Buffet. Nach dem Essen fuhren wir zum inklusiven Stadthaushotel und verbrachten dort eine erholsame erste Nacht.

Am darauffolgenden Morgen gab es erst ein reichhaltiges Frühstück und dann ging es zum Hamburger Hafen. Dort bestaunte ich die Landungsbrücken und die Schiffe, die an uns vorbei schipperten. Weil uns der Magen knurrte, machten wir uns direkt auf den Weg zur Veddeler Fischgaststätte. Ich war wirklich sehr überrascht, wie gut Fisch schmecken kann! Während des Essens stieg meine Vorfreude auf unser Abendprogramm: Martin Sonneborn im Deutschen Schaulspielhaus. Der Satiriker strapazierte unsere Lachmuskeln aufs Äußerste. Gekonnter Witz und politischer Anspruch gestalteten das Ganze zu einem echten Erlebnis, bevor es zurück in unser Inklusionshotel ging.

Am Dienstagmorgen machten wir uns wieder auf den Weg, um meiner großen Leidenschaft, der Shisha, zu fröhnen. Es war für mich sehr entspannend, einfach mal unbedarft genießen zu können – gerade auch wegen der Strapazen der letzten Jahre. Dank der vieler Spender*innen war die Rollstuhl-Erlebnisreise für mich ja kostenfrei. Nach dem Besuch im Café kam für mich einer der Höhepunkte dieser Reise: eine eigens kreierte politische Stadtführung, die von der Roten Flora bis zur Hafenstraße führte und sich mit der autonomen Geschichte der Stadt Hamburg befasste. Nach viel Bildung meldete sich wieder der Magen und wir gingen mexikanisch Essen. Denn das hatte ich mir so ausgesucht. Anschließend genossen wir das Musical "Heiße Ecke" im Schmidts Tivoli. Zum Abschluss gab es noch einen Bummel über den Hamburger Kiez, der in der Urkneipe Zum Silbersack endete. Am Mittwoch ging es nach vier Tagen wieder zurück nach Frankfurt.

Für mich war diese Reise sehr wertvoll, weil ich einfach mal abschalten konnte. Das Konzept der Rollstuhl-Erlebnisreisen finde ich äußerst genial, da damit Menschen wie ich und auch andere, die sich eine Individualreise meist nicht leisten können, in den Genuss kommen, so eine Weltstadt wie Hamburg nach persönlichen Programmwünschen kennen und genießen zu lernen. Die Rollstuhl-Erlebnisreisen GIAMBO gUG organisiert kostenfreie 4-Tages- und 1-Tagesreisen für Menschen mit Behinderung, die sich diese nicht aus eigenen finanziellen Mitteln leisten können und 24-Stunden-Assistenzbedarf sowie Pflegegrad 3-5 haben. Finanziert wird das Ganze über Spenden und Fördermitgliedschaften.

https://www.facebook.com/Rollstuhl-Erlebnisreisen-Giambo-1544052999247013

https://www.betterplace.org/de/organisations/34932-rollstuhl-erlebnisreisen-giambo-gug

https://www.instagram.com/rollstuhlerlebnisreisen/

www.rollstuhlerlebnisreisen.de

Bad Kreuznach / Hamburg (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sloptwz