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Rheinland-Pfalz setzt schulische Inklusion nicht um

Porträt von Corinna Rüffer
Bild von Corinna Rüffer
Foto: Corinna Rüffer

BERLIN (kobinet) Das Recht auf gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen wird in Deutschland unzureichend umgesetzt, das zeigt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin. In einem Pressegespräch zur Studie zum Stand der Umsetzung schulischer Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention in Rheinland-Pfalz mit Prof. Dr. Michael Wrase erklärt Corinna Rüffer, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz verstößt systematisch gegen seine völkerrechtlichen Verpflichtungen, das Recht aller Kinder und Jugendlichen auf eine inklusive Beschulung umzusetzen (Art. 24 UN-BRK)..

Der Trend geht in Rheinland-Pfalz tatsächlich seit Jahren in die falsche Richtung. So nimmt die Zahl von Schülerinnen und Schülern die eine Förderschule besuchen, wie Corinna Rüffer betont, anstatt abzunehmen zu. Die allermeisten dieser jungen Menschen erwerben keinen anerkannten Schulabschluss und haben deshalb große Probleme, einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu finden. Und selbst wenn sie einen Abschluss erwerben, wiegt das Stigma „Förderschule“ oftmals so schwer, dass viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber abwinken.

Es spricht viel dafür, dass der rheinland-pfälzische Sonderweg, „Schwerpunktschulen“ mit der Durchführung inklusiven Unterrichts innerhalb des Regelschulsystems zu beauftragen, gescheitert ist. Nur 29 Prozent der Regelschulen in Rheinland-Pfalz bieten wenigstens einem Kind oder Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf einen Schulplatz – was weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 68 Prozent (Stand 2018). „Schwerpunktschulen“ sind häufig diejenigen Schulen, die in sozial prekären Lagen verortet sind. Über 40 Prozent der dort Lernenden kommen aus Familien mit geringem Einkommen, während Eltern mit höheren Einkommen und starkem Bildungsbewusstsein „Schwerpunktschulen“ unter diesen Voraussetzungen für ihre Kinder eher meiden. So bleiben arme Kinder unter sich. Viele von ihnen werden mit sonderpädagogischem Förderbedarf „gelabelt“, nicht zuletzt deshalb, weil offizielle Stellen diesen genau dort vermuten.

Diese Studie sowie weitere Informationen dazu können HIER nachgelesen werden.

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sghjkv7