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Sozialverband befürchtet in der Pflege weiteren rasanten Kostenanstieg

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Foto: SoVD

BERLIN (kobinet) Im bundesweiten Schnitt liegen die selbst zu zahlenden Anteile in der Pflege nach den Daten der Ersatzkassen bei 2.125 Euro pro Monat. Das sind 110 Euro mehr als noch Mitte des vergangenen Jahres. Zwar soll nach der kürzlich verabschiedeten „Pflegereform-light“ der Eigenanteil für die reine Pflege im Heim künftig stufenweise sinken und zwar im ersten Jahr um 5 Prozent, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent. Doch ist das aus Sicht von SoVD-Präsident Adolf Bauer eindeutig eine Mogelpackung.

„Der 5 Prozent Leistungszuschlag im ersten Jahr würden aktuell nicht einmal 42 € entsprechen", stellt der SoVD-Präsident fest und fährt dazu fort: "...wäre beim derzeitigen Kostenanstieg bereits verpufft. Zudem schützen prozentuale Leistungszuschüsse nicht vor weiter steigenden Eigenanteilen. Das Kostenrisiko bleibt damit weiter bei den Pflegebedürftigen.“

Neben den pflegebedingten Kosten haben sich die Investitionskosten in der stationären Pflege in den letzten Jahren zu einem großen Kostenfaktor für Pflegebedürftige und deren Angehörige entwickelt. Sie machen mittlerweile fast ein Viertel der finanziellen Belastungen der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen aus. Adolf Bauer plädiert deshalb dafür, hier die Länder stärker in die Pflicht zu nehmen: „Anstatt ihrer Verantwortung bei der Finanzierung der Pflegeeinrichtungen nachzukommen, werden die Investitionskosten mit Billigung der Länder von den Pflegeeinrichtungen den Pflegebedürftigen zusätzlich in Rechnung gestellt.

Im Arbeitsentwurf für eine Pflegereform 2021 gab es noch einen verpflichtenden Zuschuss der Bundesländer zu den Investitionskosten. Das wäre zumindest ein guter Ansatz gewesen, die Länder endlich aus ihrer Deckung zu zwingen. Dies würde nebenbei zu mehr Kontrolle und Aufsicht über die Höhe der geltend gemachten Investitionskosten führen. Dadurch könnten die Investitionskosten insgesamt sogar gesenkt werden.“

Perspektivisch fordert der SoVD eine Pflegeversicherung, die zur Absicherung des gesamten Pflegerisikos alle pflegebedingten Kosten übernimmt.

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/skmnot8