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Aktualisierter COVID-19 Impfplan in Österreich veröffentlicht

Grafik zeigt Corona-Virus auf der Webseite der WHO
Corona-Virus
Foto: WHO

Wien / Berlin (kobinet) In Österreich wurde gestern ein aktualisierter Impfplan vorgestellt, in dem behinderte Menschen, die persönliche Assistenz nutzen sowie deren Assistent*innen in Phase 1 B aufgenommen sind. In Deutschland herrscht hier bis auf zaghafte Versuche einzelner Bundesländer immer noch kaum Bewegung.

Der gestern aktualisierte Impfplan ist nach Informationen des Online-Nachrichtendienstes für Behindertenfragen BIZEPS die verbindliche Leitlinie für die impfenden Stellen in Österreich. Die angeführten Priorisierungen basieren auf der Grundlage der medizinisch-fachlichen Empfehlungen durch das nationale Impfgremium (NIG) und sind im Rahmen der faktischen Möglichkeiten und der logistischen Notwendigkeiten sowie der effizienten Nutzung der vorhandenen Impfstoffe umzusetzen. Der Impfplan wurde gestern mit den Landeshauptleuten besprochen und einstimmig angenommen, heißt es in dem Bericht.

In Phase 1 B wurden dem Bericht zufolge "Menschen mit Behinderung mit persönlicher Assistenz sowie deren persönliche Assistentinnen und Assistenten" aufgenommen.

Link zum BIZEPS-Bericht

In Deutschland entwickelt sich gerade ein Flickenteppich mit ganz unterschiedlichen Regelungen und Zuständigkeiten für eine eventuell mögliche frühere Impfung von behinderten und chronisch kranken Menschen, die nicht in Einrichtungen, sondern zu Hause leben. Während Bremen und Rheinland-Pfalz bereits entsprechende Verfahren entwickelt haben, ist in anderen Ländern und auf Bundesebene noch weitgehende Funkstille bezüglich angepasster Regelungen. Eine ntv-Meldung von gestern über eventuelle Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ließ jedoch etwas aufhorchen. ntv meldete in seinem Corona-Live-Ticker: "Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind", wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zitiert. "Allerdings sollen Menschen mit Vorerkrankungen voraussichtlich teilweise etwas früher zum Zug kommen können als bisher geplant. Spahn will die Vorgaben zu Corona-Impfungen in Deutschland so ändern, dass die Einstufungen einzelner Krankheitsbilder in die Prioritätengruppen gemäß neuer Daten angepasst werden. Nach dem Entwurf für eine veränderte Coronavirus-Impfverordnung sollen etwa auch Diabetiker mit hohem Blutzuckerwerten eine Impfung mit hoher Priorität (Gruppe zwei) erhalten können", heißt es dort. Diese Tendenz wird auch in einem Bericht des Ärzteblattes betätigt, dem ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorliegt.

Link zum Bericht des Ärzteblatt

Von der Einsicht des Ministers, dass es nicht sein kann, dass diejenigen behinderten Menschen, die nicht in einem Heim leben, nicht benachteiligt werden dürfen, ist also noch keinerlei Spur. Hier merke man, wie das medizinische Modell von Behinderung nach wie vor im Bundesgesundheitsministerium im Gegensatz zum menschenrechtlichen Modell der UN-Behindertenrechtskonvention sein Unwesen treibe, kritisierte dei LIGA Selbstvertretung.

Wien / Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sailvz0