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Barrieren am Berliner Breitscheidplatz

Bei der Begehung/Berollung am Zugang zum Breitscheidplatz
Barrieren durch die Sicherheits-Poller am Breitscheidplatz / Gedächtniskirche
Foto: Wolfgang Borrs

BERLIN (kobinet) In der vergangenen Woche haben der SoVD-Landesverband Berlin-Brandenburg unter Beteiligung des Beauftragter für Menschen mit Behinderung im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, sowie den Vorsitzenden im zuständigen Kreis- und Ortsverband und SoVD-Vertretern der Behindertenbeiräte der Bezirke eine öffentlichkeitswirksame Begehung/Berollung der Zugangsbarrieren zum Breitscheidplatz vorgenommen. Anlass dieser Aktion war die persönliche Betroffenheit der „Rollstuhlaktivistin“ Ursula Lehmann. Sie war im April des Jahres beim Versuch, mit ihrem Elektrorollstuhl den Breitscheidplatz zu überqueren, an den Pollern steckengeblieben und konnte erst nach einer Stunde durch die Feuerwehr befreit werden.

Bei der Begehung/Berollung mit der betroffenen Rollstuhlfahrerin mussten die Teilnehmer feststellen, dass die Zugangsbarrieren nur unter Gefährdungen zu überwinden sind. Den Menschen, die wegen ihrer Behinderung auf einen Rollstuhl angewiesen sind und zusätzlich noch weitere Einschränkungen haben, ist ein derartig schwieriges Manövrieren ihres Rollstuhls nicht möglich. Im Übrigen birgt das unmittelbare Angrenzen an die stark befahrenen Autostraßen an beiden Seiten des Breitscheidplatzes nicht nur erhebliche Gefahren für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, sondern ebenso für alle mobilitäteingeschränkten Menschen – insbesondere auch für Familien mit Kinderwagen oder Kleinkindern.

Eine mögliche Umfahrung über Zugängen ohne Rampen- und Poller-Barrieren ist infolge der Weitläufigkeit des Platzes nicht zumutbar und zudem häufig durch andere Hindernisse, wie zum Beispiel parkende Pkw oder abgestellte Müllcontainer, blockiert.

Das derzeitige nicht barrierefreie Zugangssystem über Rampen und Poller gilt als „temporäre“ Lösung, die von einer dauerhaften Installation mit Barrierefreiheit so schnell wie möglich abgelöst werden muss. Dies wäre nach übereinstimmender Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann auch ein positives Beispiel für andere bereits vorhandene beziehungsweise noch zu errichtende Zugangsbarrieren in Berlin. Solche barrierefreien Lösungen wären auch aus Sicht des SoVD am besten zu gewährleisten, wenn bereits bei der Konzipierung derartiger Sicherheitsmaßnahmen sowohl Expertinnen und Experten für Barrierefreiheit als auch betroffene Menschen mit Behinderung über ihre Verbände hinzugezogen werden.

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/segnou1