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Deutschland kommt bei der inklusiven Bildung nicht voran

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

KÖLN (kobinet) Aus der Analyse der aktuellen Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) schließt die Bertelsmann-Stiftung, dass Deutschland auch elf Jahre nach Rechtsgültigkeit der UN-Behindertenrechtskonvention bei der inklusiven Bildung nicht voran kommt.

In einer Veröffentlichung kommentiert der Kölner Verein "mittendrin" die Entwicklung mit den Worten: "Nur in wenigen Bundesländern ist die Sonderschulquote von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung nach entsprechenden Schulgesetzänderungen gesunken. Im Gegenteil steigt vor allem bei Schüler*innen mit geistigen Behinderungen, aber auch solchen mit emotionalen Schwierigkeiten, die Zahl der Sonderschüler*innen in einigen Bundesländern sogar absolut und relativ an. Und daran wird sich laut den KMK-Schülerzahlprognosen auch in den kommenden zehn Jahren bis zum Jahr 2030 nichts ändern. Es ist nicht mit Fortschritten bei der inklusiven Bildung zu rechnen, sondern zum Beispiel in Ländern wie Bayern, Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern sogar mit weiteren Rückschritten."

„Die Art, wie Deutschland und seine zuständigen Länder-Schulminister*innen bei der Inklusion versagen, kann nur noch Fassungslosigkeit auslösen“, stellt die Vorsitzende des Elternvereins mittendrin, Eva-Maria Thoms, fest und fährt dazu fort:. „Wir sind eines der reichsten Länder der Erde, wir bilden uns viel ein auf unser Bildungssystem und auf unsere Innovationskraft. Und dann sind wir nicht in der Lage, unsere Schulen so weit zu ertüchtigen, dass auch Kinder und Jugendliche mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft aufwachsen und gemeinsam mit den anderen ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können?“

Tatsächlich fehlt es nach Erkenntnissen der Bertelsmann Stiftung nicht einmal am gesellschaftlichen Rückhalt für inklusive Bildung. Bei Eltern von Schulkindern findet die Inklusion inzwischen breiten Rückhalt und Eltern von inklusiv unterrichteten (Regel-)Kindern sind sogar allgemein zufriedener mit der Schule als andere Eltern. Das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der inklusiven Bildung ist demnach nicht vorwiegend ein gesellschaftliches Problem, sondern vor allem politisches Versagen.

Die Studie der Bertelsmannstiftung mit dem Titel "Inklusive Bildung zwischen Licht und Schatten: Eine Bilanz nach zehn Jahren inklusivem Unterricht" ist HIER kostenfrei als PDF-Datei herunter zu laden.

KÖLN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scekmxz

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