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Corona-Infos für Frauen mit Behinderungen

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Kassel (kobinet) Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz hat verschiedene Infos speziell zur Lebenssituation von Frauen in Corona-Zeiten auf ihrer Webseite veröffentlicht. Neben wichtigen Telefonnummern, die in Krisen und bei häuslicher Gewalt hilfreich sein können und einer Auflistung beispielhafter Probleme appelliert das Weibernetz an die Politik, Ableismus bei der Beurteilung von Genesungschancen zu verhindern. Und schließlich gibt es noch Tipps, um schöne Dinge in dieser Krise zu tun.

Der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz geht es bei den aktuellen Diskussionen um die Triage (im Falle fehlender Ressourcen zu entscheiden, wer den Vorrang bei medizinischer Behandlung erhält) und weiterer Maßnahmen darum, dass Menschen nicht behinderungsbedingt eine schlechtere Ausgangslage bei der Beurteilung haben dürfen. In ihrem Appell schreiben Brigitte Faber und Martina Puschke von Weibernetz:

"Genauso wenig wie alte Menschen, wie Menschen mit einer anderen als der christlichen Glaubensrichtung oder Herkunft etc. Das wäre sonst Altersdiskriminierung oder Rassismus oder Antisemitismus. Wenn Menschen mit Behinderungen 'hinten über' fallen, wäre das Ableismus. Denn es würde anhand der körperlichen Fähigkeiten ein Rückschluss auf die Erfolgschancen einer Behandlung, gezogen werden. Viel zu oft steht bei vielen von uns schon unter alltäglichen Bedingungen die Frage im Raum, ob Menschen mit Behinderungen per se schlechtere Chancen haben, gesund zu werden, wenn sie z.B. eine Lungenentzündung bekommen. Gerade für diejenigen unter uns, die rund um die Uhr Assistenz benötigen. Die auf Beatmung angewiesen sind. Die aus körperlichen Gründen häufig ihren Alltag im Liegen verbringen. Gerade in Stresszeiten, wenn es eng wird um Ressourcen, wie zum Beispiel Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten, ist es schwer, bestehende und unhinterfragte Denkweisen – gerade wenn sie gesellschaftlich sozusagen 'überliefert' sind – abzulegen. Aber genau das muss passieren! Es muss in diesen Zeiten einmal mehr das gesellschaftliche Bild von Menschen mit Behinderung hinterfragt werden. Menschen mit einer Behinderung haben nicht per se schlechtere Genesungschancen.

Um es klar zu sagen: Wir haben volle Hochachtung vor den Leistungen des medizinischen Personals in diesen Zeiten! Wir wissen, dass eine ethische Abwägung im Falle des Ressourcennotstands eigentlich menschenunmöglich ist. Wir appellieren jedoch dringend, sich möglicher Vorannahmen im Sinne des Ableism hinsichtlich einer Genesungswahrscheinlichkeit bewusst zu sein, bevor Deutschland in die Situation einer Triage gerät."

Die Infos des Weibernetz gibt's unter www.weibernetz.de

Kassel (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdhikor

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