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Petition zeigt erste Erfolge

Plakat zum Erfolg in Sachen Gebärdensprache beim Robert-Koch-Institut
Plakat zum Erfolg in Sachen Gebärdensprache
Foto: Change.org

Berlin (kobinet) In Corona-Zeiten gibt es auch kleine Erfolge zu verzeichnen. Zwar noch nicht im Rückgang der Infektionszahlen, aber im Hinblick auf die barrierefreiere Kommunikation für gehörlose Menschen. Die Petitionsplattform change.org vermeldet mit einem Bild einen solchen Erfolg. Das Robert-Koch-Institutut bietet mittlerweile Corona-Infos auch in Gebärdensprache an. Katja Fischer, Sabine Heinecke und Julia Probst hatten in Kooperation mit dem Deutscher Gehörlosenbund und seinen Landesverbänden sowie mit Prof. Dr. Christian Rathmann eine entsprechende Petition bei change.org gestartet, die mittlerweile fast 25.000 Unterstützer*innen hat.

"Wir sind gehörlos und auch unser Leben ist durch die Corona-Pandemie in Gefahr! Die Pressekonferenzen und TV-Sendungen der Bundesregierung zum Corona-Virus sind aber ohne Gebärdensprache, obwohl die Bundesregierung nach der UN-Behindertenrechtskonvention gesetzlich dazu verpflichtet ist. Das ist skandalös", heißt es in der Petition.

Link zur change.org-Petition für Informationen zu Corona-Pandemie in Gebärdensprache

In die Diskussion um barrierefreie Informationen in Sachen Corona-Pandemie ist langsam etwas Bewegung gekommen. Im Deutschen Bundestag hatte Corinna Rüffer von den Grünen direkt Jens Spahn nach barrierefreien Infos befragt und diese angemahnt, die FDP-Bundestagsfraktion hat einen entsprechenden Antrag eingereicht. Die Schlichtungsstelle zum Bundesbehindertengleichstellungsgesetz wurde bemüht und erste Angebote in Gebärdensprache machen auch die Runde und erste Leichte Sprache Übersetzungen sind verfügbar. Grundsätzlich sei es jedoch traurig und höchst diskriminierend, dass selbst in einer solchen Krise die Bundesregierung und die Landesregierungen in Sachen Barrierefreiheit zum Jagen getragen werden müssen, stellt das NETZWERK ARTIKEL 3 fest.

Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt mahnt wie viele andere Verbände ebenfalls mehr Aufmerksamkeit für Barrieren an. Brigitte Döcker, Mitglied des AWO Bundesvorstandes erklärte dazu: "Jeder Mensch ist in dieser Zeit auf laufende Informationen und Hinweise angewiesen. Diese klären auf und geben den Menschen damit Sicherheit im Alltag. Zudem beugen sie dem Entstehen von Angst und Panik vor. Insbesondere Menschen mit Behinderungen, die auf Leichte Sprache, einfache Sprache oder Gebärdensprache angewiesen sind, sind derzeit von allgemeinen, aber insbesondere tagesaktuellen Informationen und Handlungsempfehlungen abgeschnitten. Auch Menschen, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichend sind, sind angewiesen auf einfache und verständliche Informationen.“ Um dieser globalen Krise lokal effektiv präventiv zu begegnen, müssten alle Menschen mit ausreichenden und notwendigen Informationen versorgt werden. Die AWO fordert daher, dass ab sofort Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit in allen öffentlich-rechtlichen Kommunikationsformaten zu beachten ist.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sacg350



Lesermeinungen sind deaktiviert.

2Lesermeinungen

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1
Michael Günter

Hmm,
auch wenn es kaum einer bemerkt hat, wir brauchen nicht mehr Aktionen zur Information, sondern vorallem Reaktionen (Anzahl der Ausrufezeichen auf eines gekürzt)!
Deshalb meine Bitte - auf die auch hier bisher keiner reagiert har! - macht endlich die WfbMs zu!

2

Ehrlich liebe Kobinet Redaktion, bei dem Blog-Beitrag geht mir die Hutschnur hoch. Es waren im Bundestag Menschen wie Corinna Rüffer, die sich dafür eingesetzt haben und es waren Medien (nicht Kobinet), die sich bei der Bundesregierung dafür eingesetzt haben.