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Dinah Radtke kritisiert unhaltbare Zustände für Beatmete

Dinah Radtke
Dinah Radtke
Foto: Rolf Barthel

Erlangen (kobinet) Menschen, die beatmet werden, machen sich derzeit nicht nur Sorgen wegen des Coronavirus, sondern auch wegen dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung von intensivpflegerischer Versorgung und medizinischer Rehabilitation in der gesetzlichen Krankenversicherung (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz – GKV - IPREG). Dieser soll noch vor der Sommerpause vom Bundestag beschlossen werden. Dinah Radtke vom Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsL) schildert in ihrem Kommentar, warum es wichtig ist, die Selbstbestimmung beatmeter Menschen zu stärken und auch in Beatmungs-WGs genau hinzuschauen.

Kommentar von Dinah Radtke

Ein junger Mann mit Muskeldystrophie Duchenne wohnt schon seit Jahren in einer Wohngemeinschaft. Er ist 24 Stunden beatmet und hat kürzlich seinen Pflegedienst gekündigt, weil der Pflegedienst sehr lange gebraucht hat, zu ihm zu kommen, wenn er ihn mit seinem Babyphone gerufen hat und er große Angst hatte, dass sie in Notfällen nicht rechtzeitig kommen. Außerdem finde ich es eine Zumutung, dass er nur ein Babyphone zur Verfügung hat, um Hilfe zu holen und nicht ein zuverlässigeres technisches Gerät.

Er hat jetzt einen neuen Pflegedienst, der "nur vier“ andere Patienten in dem Haus mit den WGs hat, aber auch dieser braucht relativ lange, wenn er gerufen wird. Der Arzt hat eine eins zu eins Betreuung verschrieben, aber die Krankenkasse zahlt nicht, das Sozialamt ist zwar in Vorleistung gegangen, klagt aber gegen die Krankenkasse.

Ich finde das sind unhaltbare und lebensgefährliche Zustände für die Bewohner und Bewohnerinnen von so genannten Beatmungswohngemeinschaften. Es kann nicht sein, dass unser Gesundheitsminister behauptet, dass in Beatmungswohngemeinschaften die Versorgung für Menschen mit Beatmung sichergestellt ist. Man müsste mal überprüfen, wie hoch der Pflegeschlüssel für Beatmungswgswohngemeinschaften sein muss und wie hoch er tatsächlich ist. Auf jeden Fall müssen wir weiter gegen das neue IPREG protestieren.

Erlangen (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sjpsz78

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