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Paritätischer warnt vor Insolvenzen

Foto zeigt Ulrich Schneider
Dr. Ulrich Schneider
Foto: Paritätischer

Berlin (kobinet) Angesichts der Corona-Pandemie fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband heute sofortige und umfassende Finanzhilfen für gemeinnützige Einrichtungen und Anbieter sozialer Dienstleistungen.

Der Verband warnt davor, dass in relativ kurzer Zeit eine Welle von Insolvenzen den gemeinnützigen Sektor erfassen könnte, wenn nicht frühzeitig staatliche Hilfen gewährt werden. Der Verband weist darauf hin, dass gemeinnützige Träger anders als kommerzielle Anbieter kaum Risikorücklagen bilden dürfen.

„Alles, was hereinkommt, muss auch wieder für den guten Zweck ausgegeben werden. Auf möglicherweise längere Schließungen oder Ausfallzeiten können gemeinnützige Einrichtungen strukturell nicht vorbereitet sein. Kredite sind daher in vielen Fällen kein geeignetes Instrument zur Unterstützung, da sie letztlich zu einer Überschuldung und damit ebenfalls zum Konkurs der Einrichtungen führen können“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Betroffen sei das gesamte Spektrum sozialer Arbeit: Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die nicht mehr arbeiten dürfen, Kindergärten, die geschlossen bleiben, Beratungsstellen aller Art, Rehabilitationseinrichtungen wie etwa Kur- und Erholungseinrichtungen bis hin zu Jugendzentren, Altenclubs, Begegnungsstätten und sogar Pflegeeinrichtungen.

Der Paritätische fordert, dass grundsätzlich die öffentliche Finanzierung für die Einrichtungen und Dienste in den nächsten Wochen weiterlaufen muss, unabhängig von Ausfällen oder temporären Schließungen. „Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, wird gewachsene soziale Infrastruktur zerstört. Dann könnte in einem Monat vielleicht der Coronavirus weg sein, aber mit ihm gleich auch der Kindergarten oder die Behinderteneinrichtung“, warnt Schneider. Es gehe um die Aufrechterhaltung der sozialen Daseinsvorsorge. „Wir brauchen jetzt mutige und wirksame politische Entscheidungen im Bund und in den Ländern.“

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Ein Gedanke zu „Paritätischer warnt vor Insolvenzen

  1. Michael Günter

    Hmm,
    ich frage mich, wozu es einer solchen Pauschalisierung bedarf? Wer ist denn wirklich akut gefährdet im Moment? Für die WfbMs wird man eine Lösung finden und sei es um Entlohnungsausfälle via Kurzarbeitergeld zu kompensieren - die entsprechenden Fachleistungen sind für die Kostenträger bis mind. Ende des Jahres eingepreist. Ebenso verhält es sich bei Jugend- oder Altentreffs - die haben ein Jahresbudget und ob nun 15 oder 0 Teilnehmer erscheinen, ist demnach egal...
    Sorry, aber dieser Alarmismus ala Corona ist weg und auch unsere Behinderten- oder Pflegeeinrichtung (sowohl das nette "Wohnheim" als auch das nette "Altenheim" lösen sich, ebensowenig wie deren Bewohner, in Luft auf!), nutzt aktuell niemandem und ist auch nicht wirklich das Problem.
    Was aktuell eher der Fall ist, dass wir tausende Schulbegleiter haben, die beschäftigungslos sind (sind ja meistens Studenten!). Warum nutzt man nicht diese Ressource um Personalausfälle zu kompensieren (und die werden kommen)? Warum nutzt man sie nicht pflegerisches Potential innerhalb der Einrichtungen freizustellen, damit diese im Rahmen der Gesundheitsversorgung eingesetzt werden kann (ja, auch behinderte Menschen in Wohneinrichtungen haben einen Pflegebedarf - allerdings gibt es bei den meisten Trägern sowieso keine Möglichkeit, dass vor Ort vom Personal Behandlungspflege erbracht werden darf - unabhängig von der Qualifikation des Personals! Mit jedem Schulassistenten, der derzeit eine Pflegefachkraft ersetzen könnte, könnte man dafür sorgen, dass die in ihrem Fachgebiet wieder tätig werden kann - also im Katastrophenfall, der derzeit ja nicht so weit weg erscheint! Ich schätze mal, dass in den Wohneinrichtungen der EGH mind. 20% der Beschäftigten eine Qualifikation als Kranken- oder Altenpfleger haben - damit könnte man quasi auf einen Schlag zehntausende Pflegekräfte dem Gesundheitswesen zur Verfügung stellen!!!)

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