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Kein Livestream zum Hörfilmpreis und andere Absagen

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Berlin (kobinet) Die Idee des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) war gut, aber die aktuellen Entwicklungen in Sachen Coronavirus machen auch dem schon geänderten Plan, die für heute geplante Verleihung des Hörfilmpreises nur im Livestream zu übertragen, einen Strich durch die Rechnung. Doch mit Absagen von Veranstaltungen ist der DBSV derzeit nicht allein, wenn nun das öffentliche Leben für die nächsten Wochen Schritt für Schritt heruntergefahren wird.

In der vergangenen Woche musste der DBSV die für heute geplante Gala aus Anlass des Deutschen Hörfilmpreises absagen. Der Verband kündigte daraufhin eine Veranstaltung ohne Publikum an, die im Internet per Livestream übertragen werden sollte. Diese geplante Online-Verleihung muss nun leider ebenfalls abgesagt werden. Durch die "Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin" vom vergangenen Samstag sind Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen untersagt. Weil die Übertragung per Livestream ein umfangreiches Team erfordert, muss die Verleihung jetzt ganz ausfallen. "Wir bedauern diese weitere Absage zutiefst. Es tut uns besonders für die Preisträger leid, die zumindest per Livestream die Würdigung erhalten sollten, die ihnen für ihre herausragenden Hörfilmfassungen zusteht", sagt DBSV-Präsident Klaus Hahn. "Aber nun steht die Überwindung der Corona-Krise im Vordergrund und wir wünschen allen beste Gesundheit."

Die Gewinner des 18. Deutschen Hörfilmpreises werden ihre jeweilige "Adele" in einem anderen Rahmen erhalten. Weitere Informationen folgen, sobald die Lage wieder eine gesicherte Planung zulässt. Aktuelle Infos unter: www.deutscher-hoerfilmpreis.de

Auch der Verein der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) muss aufgrund des Coronavirus‘ und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens den für den 23. März geplanten Josefs-Empfang absagen. "Wir bedauern es sehr, dass der Josefs-Empfang nun nicht stattfinden kann, da viele von Ihnen Interesse an der Veranstaltung gezeigt und sich angemeldet haben. Aktuell bemühen wir uns, Statements, Informationen und Präsentationen von den Referierenden zu erhalten, um sie Ihnen virtuell zur Verfügung stellen zu können", heißt es im Absageschreiben des Verbandes.

Termine für Sitzungen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales und ein heute geplanter Workshop zur Abrechnung von Mitteln des Partizipationsfonds der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub) sind ebenfalls abgesagt. Auch die Aktiviitäten der Landesbehindertenbeauftragten sind in diesen Tagen erheblich eingeschränkt. "Aus nachvollziehbaren Gründen sage ich den nächsten Termin für das Bündnis-Treffen zum Persönlichen Budget am 26. März 2020 ab. Derzeit gehe ich davon aus, dass wir alle – hoffentlich gesund und munter – am 02. Juni 2020 zum nächsten Bündnistreffen zusammen kommen", teilte beispielsweise die niedersächsische Landesbehindertenbeauftragte Petra Wontorra mit.

Aber auch Beratungsangebote müssen eingeschränkt werden. "Aufgrund der aktuellen Situation zum Corona-Virus schließt der SoVD bis auf Weiteres alle seine Beratungszentren in Niedersachsen und berät ausschließlich per Telefon und E-Mail", teilte beispielsweise der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen mit. Gleiches dürfte nun wohl für fast alle Beratungsstellen, also auch der der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) gelten. "Auch wenn wir keine 1.000 Leute erwarten, beugen wir besser vor und sagen unseren Tag der Offenen Tür am 25.03.2020 ab. Die Gruppe der Ratsuchenden und die Beraterinnen selbst gehören zur besonders risikobehafteten Gruppe. Es gilt, sie und uns und natürlich auch alle anderen zu schützen. Generell gilt: Wenn möglich zu Hause bleiben und möglichst wenig soziale Kontakte pflegen. Die Kinder nicht zu den Großeltern bringen. Außerdem Hände waschen nicht vergessen", teilte die Peer Counselorin Uta Lauer von der EUTB Havelland am vergangenen Freitag mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern Abend in ihrer Pressekonferenz zu den Maßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie ohnehin klar gemacht, dass bis auf weiteres alle Vereinsaktivitäten eingeschränkt werden müssen. Mensch zuerst hat beispielsweise seine für Mitte April geplante Mitgliederversammlung abgesagt und im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben sind bereits ebenfalls alle öffentlichen Termine abgesagt worden. Clubs, Kneipen, Läden - bis auf Lebensmittelläden und Apotheken müssen nun ohnehin erst einmal schließen, sogar die Kirchen sind davon betroffen. Es wird also in den nächsten Tagen sehr ruhig in Deutschland werden, zumal von Reisen ins In- und Ausland abgeraten wird. Die Angebote des öffentlichen Personennahverkehr wurde beispielsweise heute in Kassel schon kräftig ausgedünnt.

Auch die Akteure der Petitionsplattform change.org stellen sich auf die neue Situation ein. "Die Ausbreitung des Coronavirus betrifft uns alle und es ist sehr wichtig, dass jede*r von uns seinen Teil dazu beiträgt. Wir, das Team von Change.org in Deutschland, denken dieser Tage insbesondere an all die Menschen, für die eine Ansteckung mit dem Virus verheerend sein könnte, wie ältere, immunkranke und organtransplantierte Menschen. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Daher arbeitet seit Freitag, den 13. März 2020 bis auf Weiteres das gesamten Change.org-Team von zu Hause aus. Auch unseren für den 01. April 2020 geplanten Frühjahrsempfang in unserem neuen Hauptstadtbüro haben wir vorsorglich abgesagt", teilte das change.org-Team mit.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/skux245