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Ausflug nach Lausanne

Johann Kreiter auf einem Treppenlift im Museum unterwegs
Johann Kreiter im Museum unterwegs
Foto: H. Kreiter

STUTTGART (kobinet) Mit dem Frühling beginnt nun auch wieder die Zeit der Ausflüge und des Reisens in den Urlaub. Viele unserer Leserinnen und Leser haben ihre Ziele für Reisen in diesem Jahr vermutlich bereits ausgewählt und die Reisen gebucht. Andere vielleicht noch nicht. Gemeinsam mit Partnern des Internetportals "Barrierefreier Tourismus Info" möchten wir deshalb in einer kurzen Serie auch in diesem Frühjahr wieder Anregungen dazu geben, wohin man Ausflüge unternehmen und reisen könnte. Bei diesen Empfehlungen haben wir uns auf ausgewählte Reiseziele konzentriert, die weitgehend barrierefrei sind oder zumindest gut über noch bestehende Barrieren informieren. Heute begleiten wir dabei gedanklich Hans Kreiter auf seiner Reise nach Lausanne an den Genfersee - ein Reiseziel, dass man sich für die "Zeit nach Corona" vormerken sollte.

Durch eine Anzeige des Schweizer Tourismusverein neugierig geworden, welche die Region du Léman als "rollstuhlzugänglich" bewarb, machte sich Hans Kreiter gemeinsam mit einem Freund über Zürich, dem Thuner See und die Bergstraße auf den Weg nach Lausanne. Das Hotel Möwenpick an der Uferpromenade erwies sich als gute Wahl und barrierefreie Unterkunft. Vom Hotel waren es nur wenige Meter bis zur Metro und zehn Minuten Fußweg zur Schiffsanlegestelle. Als völlig richtig erwies es sich ebenso, eine Tiefgarage zu buchen, denn freie Parkplätze sind an der Uferstraße eher selten.

Nach Gesprächen in der Lausanner Touristinformation und mit dem Vertreter von Pro Infirmis, jenes Verbandes, der sich in der Schweiz um Behinderungen von Menschen kümmert, konnte es daran gehen, die Stadt zu erkunden.

Auf einem Bahnsteig der Metro in Lausanne
Auf einem Bahnsteig der Metro in Lausanne

Bereits die Fahrt mit der Metro erwies sich dabei als wahres Erlebnis - einerseits fährt diese ohne jegliches Personal und andererseits ist sie komplett barrierefrei. An jeder Station gibt es einen großzügig gestalteten Aufzug. Insgesamt kann man dem Auto während des Besuches ebenfalls Ruhe gönnen - mindestens jeder zweite Bus verfügt über eine Schräge für Fahrgäste mit Rollstuhl. So ist es einfach, die schöne Stadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten entspannt zu erkunden.

Mit dem Schaufelraddampfer auf dem See
Mit dem Schaufelraddampfer auf dem See

Als weiteres Highlight erwies sich die Fahrt mit dem Schaufelraddampfer. Beim Einstige gibt es eine Schräge und hilfsbereites Personal. Das Schiff selbst ist auf Passagiere mit Rollstuhl gut vorbereitet. Zwar ist das WC etwas klein, aber dennoch lässt es sich gut nutzen. So kann auch ein Fahrgast mit Rollstuhl die Fahrt "in den Sonnenuntergang" bei köstlichem Essen und "Verdauungsschnapserl" genießen, tief die Seeluft einatmen, dem monotonen Geräusch des Schaufelrades lauschen und so richtig entspannen.

Für eine Besichtigung der Altstadt empfiehlt Hans Kreiter, sich einer Stadtführerin anzuvertrauen. Sie kennt die besten Wege wenn die leichte Steigung im Gelände vorbei am Parlamentsgebäude zum Museum oder weiter hoch zur alten Universität zu meistern ist, und sie kennt die interessanten Geschichten der historische Gebäude, einschließlich jener der Kathedrale, dem ältesten Bauwerk der Stadt. Insgesamt ist eine Tour durch die Altstadt von Lausanne Besuchern mit Rollstuhl nur in Begleitung zu empfehlen. Die Ortskenntnis einer sachkundigen Gästeführerin hilft jedoch dabei, einen solchen Stadtrundgang dennoch zu einem entspannten Erlebnis werden zu lassen.

Tastbare Übersicht und Braille-Schrift im Museum
Tastbare Übersicht und Braille-Schrift im Museum

Zu Hans Kreiters Besuchsempfehlungen gehört auch das Museum des olympischen Komitees in Lausanne. Hierzu rät er, mit der Metro M2 einige Stationen (Gare-Ouchy) hochzufahren und dann mit dem Bus 8 auf die Rückseite des Museums zu fahren. Im Museum gibt es alles, so Hans Kreiter, was das Rollifahrerherz begehrt: Lift, WC automatische Türen und eine schöne Rampe. Selbst die Paralympics wurde in der Ausstellung berücksichtigt. Als krönenden Abschluss kann man dann im Restaurant „Tom Cafe“ zum köstlichen Mittagessen einen noch köstlicheren Blick auf den Genfer See werfen mit seinem herrlichen Bergpanorama und den schneebedeckten Gipfeln. Das lässt einfach das Herz höher schlagen, zumal auch das Klima sehr mild ist und einem schon das südliche Ambiente in alle Sinne bringt.

Nach diesen Eindrücken stellen Hans Kreiter und sein Begleiter überzeugt fest: "Lausanne ist eine schöne und abwechslungsreiche Stadt, die viel Sehenswertes zu bieten hat".
Dazu gehört ebenfalls ein Abendessen im Cafe de Grancy. Es ist nur zwei Stationen mit der Metro vom gebuchten Hotel entfernt und liegt gerade 20m links von der Haltestelle. Es bietet eine vorzügliche sowie preiswerte Küche und das Personal ist dermaßen freundlich, dass man am liebsten die Speisekarte rauf und runter essen würde.

Ein Besuch in Lausanne lässt sich gut mit einer Fahrt entlang der Montreux Riviera nach Lavaux in das Vinorama und von da, nach Chexbres in ein im Weinberg gelegenes Restaurant verbinden, das Restaurant „Le Deck“. Es ist ratsam zeitig dort anzukommen, denn man ist gewiss nicht der Einzige, der bei einem guten Essen diesen herrlichen Blick von der Terrasse über den See genießen möchte. Das Restaurant ist „rollstuhlgängig“ und es verfügt über einen großen Parkplatz, auch hier ist rechtzeitiges Ankommen wichtig.

Gut gestärkt könnte es dann nach Vevey weiter gehen, um dort das "Nest" zu besuchen - ein Museum in welchem die Geschichte der Firma Nestlé zu erleben ist. Das gesamte Museum ist barrierefrei gestaltet, die Zeitreise ist in verschiedenen Räumen erlebbar und am Ende dieser Reise ist man auf einmal Teil dieser Geschichte auf der Videowand der Gäste.Im zweiten Stock des Museums sind Themen zur Herstellung und Firmenphilosophie geboten. Nach einem ausgiebigen Museumsbesuch könnte man sich für den nächsten Tag im Astra-Hotel erholen. Das Hotel ist gut für Rollstuhlfahrer geeignet und hat eine Besonderheit, einen Autoaufzug. Dieses Hotel liegt sehr zentral, von dort aus geht es direkt zum See, wo es sich schön sitzen lässt, um bei einem guten Glas Wein aus der Region die Seele baumeln zu lassen oder nach einem leckeren Abendessen auf dem Dachgarten etwas zu entspannen.

Gute gestärkt sollte man vor der Rückfahrt auf den Besuch von "Chaplins World" in Corsier sur Vevey nicht verzichten. Wer im Astra Hotel wohnt, kann gegenüber in den Bus 212 einsteigen und direkt bis zum Museum fahren. Ein einzigartiger Ort, der dem ganzen Leben und Werk des legendären Künstlers gewidmet ist. Man muss es nicht extra erwähnen, dass der ganze Ort gut mit dem Rollstuhl zu befahren ist. Voller Ehrfurcht geht man dort durch das Gelände der Filmfabrik, um anschließend über den Park (leider Kiesweg) in sein Wohnhaus zu gehen. Überall kann man auf Tafeln lesen, was an den verschiedenen Ort geschehen ist. Es bringt einem den Mann so nahe, dass auf einmal das Kopfkino anfängt. Es war einfach wunderbar. Der krönende Abschluss fand dann im Restaurant „The Tramp“ statt, so gestärkt konnten Hans Kreiter und sein Begleiter die Reise nach Hause antreten.

STUTTGART (kobinet) Kategorien Nachricht

3 Gedanken zu „Ausflug nach Lausanne

  1. Sven Drebes

    Wäre schön zu erfahren, was das Problem in der Altstadt von Lausanne ist. Ist sie steil, voller Kopfsteinpflaster oder hoher Bordsteine?

    1. Michael Günter

      Hallo Herr Drebes,

      solange man an der Kante zum Genfer See unterwegs ist, ist es schön flach - aber direkt in die Innenstadt rein ist schon richtig hügelig...

Kommentare sind geschlossen.