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Hannoversche Werkstätten vorerst geschlossen

Wappen Bundesland Niedersachsen
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Foto: Gemeinfrei, public domain

HANNOVER (kobinet) Aufgrund der derzeitigen Lage durch das Corona-Virus stellen die Hannoversche Werkstätten vorerst ihren Betrieb ein. Nachdem die niedersächsische Landesregierung am Freitag bereits die Schließung von Schulen, Kindertagesstätten und Horten beschlossen hatte, erwarteten Werkstätten für Menschen mit Behinderung ebenfalls eine Entscheidung. Weil bisher keine Maßnahmen genannt wurden und der auf der Landespressekonferenz angekündigte Erlass der Niedersächsischen Landesregierung noch nicht in schriftlicher Form vorliegt, stellen die Hannoverschen Werkstätten vorerst selbst den Betrieb ein.

„Wir haben jetzt lange auf eine Entscheidung seitens der Politik gewartet“, betont Manfred Willems, Geschäftsführer der Hannoverschen Werkstätten. „Der Schutz unserer Werkstattmitarbeitenden und Mitarbeitenden steht für uns an oberster Stelle und daher mussten wir jetzt vor Betriebsschluss selber eine Entscheidung treffen.“

Es ist noch nicht klar, ob Einrichtungen der Eingliederungshilfe im Erlass der Landesregierung berücksichtigt werden. Hier sind einerseits viele Menschen der Risikogruppen für das Virus beschäftigt, auf der anderen Seite haben Werkstätten einen unternehmerischen Auftrag und sind Dienstleister für viele Unternehmen. Da die Beschäftigung der Menschen mit Behinderung vom Staat finanziert wird, muss regierungsseitig ein offizieller Beschluss gefasst werden, damit die Einrichtungen eine temporäre Schließung finanziell verkraften können.

„Wir hätten uns eine frühere Entscheidung gewünscht, da natürlich insbesondere bei unseren Beschäftigten mit Vorerkrankungen eine begründete Angst vor einer Infektion besteht“, sagt Willems und fährt fort: „Gleichzeitig wissen wir auch, dass man nicht leichtfertig Menschen mit Pflegebedarf nach Hause schicken kann, da dort unter Umständen die Pflege nicht gewährleistet werden könnte. Wir hoffen nun, dass individuelle Lösungen gefunden werden können und alle diese Pandemie möglichst gesund bleibend überstehen.“

HANNOVER (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/snpr450



Lesermeinungen sind deaktiviert.

1Lesermeinung

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Michael Günter

Eine sehr gute Entscheidung, die mindestens seit Freitag überfällig war!
Der Verweis auf die Pflegebedürftigkeit ist m.E. etwas anmaßend, denn diese Arbeit wird dann halt zusätzliche 35 Stunden die Woche anfallen, aber sie fällt auch bei Urlaub und co. an....nebenbei haben derzeit tausende "Schulbegleiter" zeitliche Ressourcen um dies abzufedern!
Bisher gibt es aber wohl keine eindeutigen Signale der Politik, lieber allimentiert (und dies meine ich im Wortsinn!) man erstmal Unternehmen, die im letzten Jahr Milliardengewinne einfuhren und jetzt spontan nach Geld schreien - etwa Lufthansa, VW und co.