Werbung:
Banner Fotos für die Pressefreiheit 2020
Banner mit Inklusion Jetzt und der Schrift Dabei am 5. Mai - Live-Blog zum Protesttag
Stellenanzeige des DIMR
Springe zum Inhalt

Rollstuhl Erstbesteigung des Mount Meru in Tansania – Weltrekord

Als Team gemeinsam Richtung Gipfel - Foto: Lars Wehrmann
Das Team macht sich auf den Weg. Vorn zu sehen sind drei Rollstuhlfahrer. Im Hintergrund auch jemand mit Gehhilfen.
Foto: Lars Wehrmann/Haydom Friends e.V.

Hamburg (kobinet) Im Januar diesen Jahres startete ein internationales Team eine Tour auf den Mount Meru im ostafrikanischen Tansania. Ein Weltrekordversuch, da in diesem Team vier Menschen mit Behinderung und davon drei mit Rollstühlen versuchten, den Berg zu erklimmen.

Während auf den großen und bekannteren Bruder des Meru - den Kilimanjaro - sich bereits mehr als zehn Rollstuhlfahrer ins Gipfelbuch eintragen konnten, so schreckte der Meru mit seinen deutlich steileren und schwierigen Wegen bisher ab.

Das Team mit Teilnehmern aus Tansania, Schweden und Deutschland hatte das große Ziel, den Gipfel zu erreichen und damit Aufmerksamkeit für die Lebenssituation von Kindern mit Spina Bifida in dem afrikanischen Land zu generieren. Auch eine Spendenaktion für ein spezielles Therapie- und Nachsorgezentrum in der Lutherischen Klinik in Haydom wurde vom Hamburger Verein Haydom-Friends e.V. gestartet.

Aus Hamburg mit im Team waren die beiden Rollstuhlfahrer*innen Lisa Schmidt und David Lebuser. Ebenfalls mit dem Rollstuhl dabei war die Schwedin Ina Akerberg und zu Fuß, nur mit Gehstützen ausgerüstet, der Tansanier Santos Joshua Chewa. Das restliche Team bestand aus Eltern, Ärzten, Therapeuten, Lehrern und Freunden, allesamt engagiert um die Situation in Tansania zu verbessern.

Am Fuß des Berges begleiteten mehrere TV Teams den Start und mit der Ausstrahlung in vier ostafrikanische Länder konnte viel Aufmerksamkeit geschaffen werden. Das ganze Team ist nach einem langen Marsch bei Einbruch der Dunkelheit an der ersten Hütte angekommen. Es zeigte sich, dass dieser Weg noch schwieriger werden würde als erwartet.

Am zweiten Tag entschieden sich Lisa Schmidt und David Lebuser an einem sehr steilen und steinigen Teilstück zur ersten Hütte zurück zu kehren. Der Rest des Teams erreichte die zweite Hütte.

Am dritten Tag ging es dann dem Gipfel entgegen. Ina Akerberg und Santos Chewa konnten mit Hilfe des Teams und der Träger, teilweise kriechend, den Little Meru auf 3800 Metern erreichen - Weltrekord! Ein Teil des Teams ging den restlichen, für Rollstuhlfahrer weiterhin unerreichten, Weg zum Gipfel des Mount Meru und hissten dort die Flagge mit den Namen von allen vier Startern mit Behinderung.

Auch wenn der Gipfel weiterhin unerreicht blieb und nicht alle gemeinsam den Weg bis zum Ende bestreiten konnten, war es ein sehr großer Erfolg. Immerhin war das Ziel erreicht, der Öffentlichkeit im Land zu zeigen, dass auch Menschen mit Behinderung etwas wagen und erreichen können. In einem Land, in dem leider noch viele Mütter von Neugeborenen mit Behinderung nicht in ihr Zuhause zurückkehren dürfen oder Kinder mit Behinderung sterben ohne einen Arzt gesehen zu haben.

Haydom-Friends e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich bereits seit 10 Jahren für Kinder mit Spina Bifida in Haydom, Tansania einsetzt. Dabei geht es der Vereinsgründerin Dr. Theresa Harbauer, die selbst 2 Jahre in der Klinik in Ostafrika tätig war, nicht nur um ein rasches Erkennen und Behandeln, sondern insbesondere um eine nachhaltige und gute Nachsorge, in welcher die Eltern geschult und frühzeitig eingebunden werden.

Eine Behandlung und frühe Operation ist dort nicht selbstverständlich, Eltern haben lange Anreisewege und oft auch keine Möglichkeit, den Arzt und die Klinik überhaupt rechtzeitig zu erreichen. Viele Kinder erfahren später Ausgrenzung durch fehlende Mobilität oder Inkontinenz. Das Haydomer Krankenhaus bietet als eines der wenigen Krankenhäuser die chirurgische Versorgung und auch die anschließende Nachsorge.

Bei derzeit steigender Anzahl von Kindern mit Spina Bifida und Hydrocephalus benötigt es dringend bauliche Erweiterungsmassnahmen, denn die Kinderstation der Klinik kann bei Platzknappheit die Kinder mit Spina Bifida und Hydrocephalus nicht weiter adäquat versorgen. Daher braucht es ein neues Gebäude, in dem die Kinder nach geglückter Operation für den weiteren stationären und auch poststationären Aufenthalt aufgenommen und auf die Entlassung nach Hause vorbereitet werden können.

Ein House of Hope soll entstehen, in welchem sowohl Eltern wie auch Kinder für die Anschlussbehandlung verweilen können, und in dem es Platz für Familien gibt, die aufgrund der Fehlbildung ihres Kindes aus ihren Dörfern verstoßen oder von ihren Verwandten allein gelassen wurden.

Dafür sammelt der Verein Spenden und sucht dringend Unterstützung.

Mit Deiner Spende ermöglichst Du einem Kind mit Spina Bifida und Hydrocephalus in Haydom medizinische Versorgung und Nachsorge sowie die Möglichkeit mobil, aktiv und selbstbestimmt am Leben teilzunehmen und eine Schule zu besuchen.

Kontakt und Spende Haydom-Friends e.V.

Vorsitz Dr. Theresa Harbauer

www.haydom-friends.org

IBAN: DE 71 1203 0000 1020 0278 66

Informationen hierfür auch unter FB Haydom-Friends e.V.

Text: Dr. Theresa Harbauer und David Lebuser

Hamburg (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scdjmw1