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Wie Behinderte im Alter leben wollen

Marc Szymkowiak mit Rollstuhl auf dem Balkon
Marc Szymkowiak mit Rollstuhl auf dem Balkon
Foto: LWL/Martin Steffen

MÜNSTER (kobinet) Forscher der Katholischen Hochschule NRW in Münster haben zusammen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Landesverband Lebenshilfe NRW untersucht, wie Menschen mit Behinderung im Alter leben wollen - und was Anbieter von Unterstützung tun können, damit das auch Realität werden kann.

Eine wichtige Erkenntnis des Projektes "MUTIG": Auch Menschen mit Behinderung wollen das, was Menschen ohne Behinderung wollen, nämlich möglichst bis ins hohe Alter in ihrer eigenen Wohnung leben und selbstbestimmt mit Unterstützung ihren Alltag individuell gestalten.

Die Wirklichkeit sieht, wie die Untersuchungen zeigen, bislang häufig noch anders aus: Menschen mit geistiger Behinderung, zum Beispiel, leben im Alter noch mehrheitlich in Wohnheimen mit 20 und mehr anderen Menschen. Ihre Freiräume für eine individuelle Lebensgestaltung sind stark beschränkt.

Wie sich das ändern kann, diskutieren aktuell rund 200 Teilnehmer auf einer Tagung in Münster.

Das Forscherteam hat Wohnsettings und Wohndienste in Deutschland (in NRW und Bayern), in den Niederlanden und in Skandinavien untersucht und zeigt auf, was sich wie ändern sollte und anders gestaltet werden könnte. Menschen mit Behinderung des Lebenshilferats NRW haben sich an diesen Überlegungen beteiligt.

Weitere Einzelheiten zu diesen Untersuchungen und dem Projekt können HIER nachgelesen werden.

MÜNSTER (kobinet) Kategorien Nachricht

4 Gedanken zu „Wie Behinderte im Alter leben wollen

    1. Michael Günter

      Hallo Herr Drebes,
      daran ist nichts neu und nichts überraschend - das Problem ist, dass diese Forschung (und Fr. Prof. Schäpers ist keine "Schlechte") an der Realität vorbeigeht:
      "Ein Schlüssel sei die Betreuung in der bei Nacht. Ein Beispiel aus den Niederlanden habe gezeigt, dass durch Einsatz digitaler Technologien eine eigene kleine Anzahl von Nachtwachen viele Bewohnerinnen und Bewohner mit Behinderung, die verteilt in einem Stadtteil allein, zu zweit oder in Wohn- oder Hausgemeinschaften leben, verlässlich und personalschonend nächtliche Sicherheit und Unterstützung geben."
      Der Unterschied zwischen einer Nachtwache und einer Nachtbereitschaft vor Ort beträgt - je nach Dienstzeiten - etwa 1,5 Personalstellen. Unterhalb von 16 Plätzen sind dies je Bewohner ziemlich relevante 3 Stunden die Woche (VZ etwa 30 Stunden anwesend, wenn man Krankheit, Fortbildungen, Urlaub einbezieht). Bisher wurde dies pauschal umgelegt, mit dem BTHG musste man sich etwas neues einfallen lassen, also wird jetzt rumgepoolt ohne Ende...die Alternativen wären auch echt übel: Entweder man nimmt niemanden mit Nachtwachenbedarf auf oder der Kostenträger müsste für ggf. nur einen Bewohner mit NW-Bedarf pauschal die 1,5 Stellen Mehrbedarf bezahlen - tut er nicht!
      Dumerweise neigen behinderte Menschen im Alter nicht dazu gesünder zu werden...
      Ende Teil 1

    2. Michael Günter

      Fortsetzung:
      Jetzt kommt der gesetzliche Part - Nachtwache ist, wenn jemand nachts regelhaft zur Verfügung stehen muss (Arbeitszeitgesetz). Während man "Probleme der Überwachung" etwa bei Epilepsie technisch lösen kann, wird dies etwa im Falle der Dekubitusversorgung (lagern) oder bei Inkontinenzversorgung (Vorlagenwechsel) schnell zum Problem.
      Das Resultat ist, dass es wirklich Einrichtungen gibt, die schwerstbehinderten Männern nachts Kondomurinale an deren bestes Stück heften, nur damit die nächtliche Inkontinenzversorgung entfällt und sie so lediglich eine Nachtbereitschaft vorhalten müssen. Ich empfinde dies als menschenverachtend!
      Weiteres gesetzliches Problem: Das nette niederländische Beispiel ist hier nicht anwendbar, weil der Unfallschutz greift! Ich kenne Einrichtungen, die für 2 kleinere Einrichtungsteile jeweils eine Nachtwache vorhalten müssen - was vollkommen überflüssig ist, wenn es um den Bedarf geht - aber so von der "Heimaufsicht" angeordnet wurde - den zwischen den beiden Bereichen ist ein Teil Straße, der nachts (bei Schneefall) nicht geräumt wird und somit bestände ein Unfallrisiko!
      3. Klassiker - ebenfalls Heimaufsicht - mittlerweile Legende: Selbst ausgebildete Pflegekräfte dürfen in besonderen Wohnformen keine Behandlungspflge leisten, wenn sie dort nicht als Pflegekräfte eingestellt sind! Andererseits haben Bewohner besonderer Wohnformen keinen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung...auf medizin. Fachleistungen allerdings.
      Ich kenne einen Fall, wo einem Bewohner nahegelegt wurde in ein Pflegeheim zu ziehen, weil seine - durchaus pflegerisch ausgebildeten Mitarbeiter (HEPs) - seinen Anus praeter nicht versorgen dürften...

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