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Auch Misshandlungen von Kindern in Kureinrichtungen aufgedeckt

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Foto: SWR Report Mainz

Mainz (kobinet) Je mehr über die Geschichte der verschiedenen Sonderwelten in Deutschland ans Tageslicht dringt, umso deutlicher wird, dass es in vielen Bereichen massive Menschenrechtsverletzungen an vermeintlich "Schutzbefohlen" gab. Report Mainz hat in einem gestern Abend ausgestrahlten Bericht aufgezeigt, dass zwischen 1950 und 1990, als hunderttausende Kinder zur Erholung in Kuren geschickt wurden, viele der ehemaligen Kurkinder systematisch geschlagen, gequält und misshandelt wurden. Und auch hier wurde lange geschwiegen und zum Teil gut verdient.

"Über 90 Prozent der ehemaligen Kurkinder bewerten ihre Erholungskur als negativ. Mehr als 60 Prozent von ihnen schreiben, noch heute unter den Erlebnissen zu leiden – in Form von Angst- und Essstörungen, Panikattacken und Depressionen. 'Ein Aufenthalt in der Hölle, der mein ganzes Leben verändert hat', schreibt ein Betroffener. 'Es waren ausnahmslos traumatisierende Erlebnisse, die mich noch heute belasten', 'danach war alles anders', schreiben zwei weitere. Neun von zehn ehemaligen Kurkindern geben in ihren Erfahrungsberichten an, dass sie die Kur schon als Kind belastet habe. Viele hätten tagelang geweint, schwere Angst vor den Erzieherinnen gehabt und unter starkem Heimweh gelitten. Die Kur sei 'Psychoterror' und 'Folter' gewesen, 'ein Aufenthalt in der Hölle', ein 'dunkler Fleck in der Kindheit'", heißt es in der Ankündigung des Fernsehbeitrags des SWR von Report Mainz.

Link zum Fernsehbericht von Report Mainz

Fernsehbericht von Report Mainz vom 3.12.2019

Ähnlich wie bei den Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe oder von behinderten Menschen und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Einrichtungen der sogenannten "Behindertenhilfe" bzw. der Psychiatrie, hat es auch zum Teil über 50 Jahre gedauert, bis die Missstände in sogenannten Kureinrichtungen nun offenkundig werden. Und die Täter*innen kommen wohl wieder ungeschoren davon und wenn überhaupt wird es wohl wieder ewig dauern, bis die Opfer Anerkennung geschweige denn eine Entschädigung bekommen, kritisieren Betroffene. Akteure der Behindertenbewegung fragen sich angesichts der neuen Enthüllungen von Report Mainz, wie die Berichte über die heutige sogenannte "Behindertenhilfe", die immer noch schwerpunktmäßig auf Aussonderung setzt, in 20, 30 oder 50 Jahren aussehen werden?