Werbung:
Werbung
Link zu Reporter ohne Grenzen
Werbung
Ihre Werbung Banner
Werbung
Werbung zu teilhabegesetz.org
Springe zum Inhalt

Köln: Erste assistenzhundfreundliche Stadt Deutschlands

Plakat der Kampagne
Plakat der Kampagne "Assistenzhund willkommen"
Foto: PfotenPiloten

Köln (kobinet) "Assistenzhund willkommen – hier und überall“: Aufkleber mit dieser Botschaft werden nun an Kölner städtischen Gebäuden angebracht. Den Anfang machten gestern der Kölner Stadtdirektor Dr. Keller und der Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Bell, zusammen mit AssistenzhundhalterInnen am Stadthaus Deutz. Als erste Stadt Deutschlands ist Köln Ende September 2019 per Beschluss der bundesweiten Zutrittskampagne der gemeinnützigen Organisation Pfotenpiloten beigetreten.

Pfotenpiloten hat die Kampagne gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gestartet, um Menschen mit Behinderungen, die auf die Hilfe eines Assistenzhundes angewiesen sind, den Zutritt zu öffentlichen Räumen zu erleichtern. "Zutritt wird Betroffenen mitunter leider immer noch verwehrt. Der Grund: Viele wissen nicht, dass es neben Blindenführhunden auch Assistenzhunde für viele andere Einschränkungen gibt und für diese im Alltag ebenso wichtig sind. So gibt es Assistenzhunde zum Beispiel auch für Menschen mit Epilepsie, Autismus, Hörbehinderung oder Mobilitätseinschränkungen. Natürlich dürfen diese Menschen mit ihrem Hilfsmittel Assistenzhund ebenso Geschäfte, Arztpraxen und Nahverkehr nutzen wie der Rest der Bevölkerung", betont die Vorsitzende der Pfotenpiloten, Roswitha Warda, "das verlangt die Fairness, aber auch das Gesetz".

Über die Rechte von Assistenzhundteams aufzuklären ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in Deutschland. Die UN-BRK wurde bereits vor über 10 Jahren von allen anderen europäischen Ländern ratifiziert. Sie bestätigt in Artikel 9 und 20 das Recht von Menschen mit Behinderung, auch mit ihrer “tierischen Hilfe” gleichberechtigt am Leben teilnehmen zu dürfen. "Die Stadt Köln hat mit diesem wichtigen Schritt die Vorreiterrolle übernommen. Wir sind zuversichtlich, dass sich viele Städte ihrer Initiative anschließen werden,” sagt Roswitha Warda. "Wenn Mitmenschen verstehen, wie Assistenzhunde die Einschränkungen ihrer Halter ausgleichen und wie wichtig diese für sie sind, verschwinden die Barrieren in den Köpfen. Zur Zeit wissen viele Menschen einfach noch nicht, wie vielseitig Assistenzhunde assistieren.”

Nicht nur Städte sondern auch Geschäfte und andere öffentliche Orte können an der Kampagne mitwirken. Aufklärungsmaterial und Aufkleber werden über www.pfotenpiloten.org/info kostenlos versandt. Außerdem kann man auf DogMap.info markieren, ob ein Ort hunde- bzw. assistenzhundfreundlich ist.

Dass es schließlich zum Kölner Beschluss kam, ist einer gebürtigen Kölnerin zu verdanken. Julia Standke (24), Vorsitzende des Kölner Vereins Assistenzhunde NRW hat seit drei Jahren immer wieder das Gespräch mit den Behörden und entsprechenden Stellen gesucht und aufgeklärt. "Am Anfang wusste niemand, was ein Assistenzhund ist. Heute ist Köln die 1. assistenzhundfreundliche Stadt”, betont die junge Frau stolz und streichelt ihren Epilepsie-Warnhund. “Einsatz lohnt sich, man darf nur nicht aufgeben. Und an erster Stelle zu sein, die Rolle gebührt Köln,” lacht sie schalkhaft, ”denn Köln ist ja die schönste Stadt der Welt!”