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Bekämpfung der Kinderarmut deutlich intensivieren

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Foto: privat

BERLIN (kobinet) Bund, Länder und Kommunen müssen nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ihre Bemühungen zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland deutlich intensivieren. Eine aktuelle Auswertung der Armutsgefährdungsquoten zeigt, dass die Armut unter Kindern in allen Bundesländern höher, teils sogar wesentlich höher ist als die Armut unter Erwachsenen. Bei der Betrachtung der Quoten im Verlauf der letzten zehn Jahre zeichnet sich ein differenziertes Bild: Während in der einen Hälfte der Bundesländer die Kinderarmut stärker als die der Erwachsenen gestiegen ist, hat sich in der anderen Hälfte die Kinderarmutsquote besser als die der Erwachsenen entwickelt.

In acht von 16 Bundesländern hat sich die Kinderarmutsgefährdungsquote 2018 im Vergleich zur Quote aus dem Jahre 2008 positiver entwickelt als die der Erwachsenen. Besonders positive Werte haben diesbezüglich Mecklenburg-Vorpommern mit einer positiven Differenz von 4,0 Prozentpunkten (Armutsgefährdungsquote 2018 zu 2008: Kinder und Jugendliche minus 6,8 Prozentpunkte, Erwachsene minus 2,8 Prozentpunkte), Sachsen-Anhalt mit 3,7 Prozentpunkten und Thüringen mit 2,9 Prozentpunkten. Einen negativen Trend diesbezüglich weisen insbesondere Bremen (Armutsgefährdungsquote 2018 zu 2008: Kinder und Jugendliche plus 3,1 Prozentpunkte, Erwachsene unverändert) mit einem Minus von 3,1 Prozentpunkten sowie Brandenburg und Rheinland-Pfalz mit jeweils minus 2,0 Prozentpunkten auf.

"Natürlich ist Kinderarmut eng mit der Armut der Eltern verknüpft, aber die unterschiedliche Entwicklung der Armutsquoten von Kindern und Erwachsenen zeigt, dass das Problem einer eigenständigen Lösung bedarf. Die Armut in Deutschland hat an vielen Stellen ein Kindergesicht. Das kürzlich in Kraft getretene ,Starke-Familien-Gesetz' und die Änderungen beim Bildungs- und Teilhabepaket sind wichtige Schritte zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland, denen nun möglichst zügig eine Kindergrundsicherung, die ihren Namen verdient, folgen muss. Die Förderung armer Kinder und ihrer Familien sowie unbürokratische Zugänge zu armutsvermeidenden Leistungen gehören auf der Prioritätenliste ganz nach oben. Wichtig ist zudem die umfassende Information der Anspruchsberechtigten. Um Kinder und Familien mit den vorhandenen Hilfs- und Unterstützungsleistungen besser zu erreichen, sollte die Bundesregierung den Vorschlag der Familienministerkonferenz zur Einrichtung von Familienservicezentren aufgreifen, in denen Familien qualifiziert beraten werden und möglichst auch Leistungen beantragen können", betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die gesamte Information des Deutschen Kinderhilfswerkes zu diesem Thema sowie die der Einschätzung zu Grunde liegenden Daten können HIER nachgelesen werden.