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Wenn der Ball rollt, sind alle gleich

Enosch mit Gehhilfe beim Training der Kick-Mit-Gruppe
Enosch beim Training der Kick-Mit-Gruppe
Foto: Sven Winterschladen

HENNEF (kobinet) Sie wollen einfach nur Fußball spielen. Wie die Großen. Wie ihre Vorbilder - beim 1. FC Köln, bei Borussia Dortmund, bei Bayern München oder Schalke 04. Und das machen die Kinder und Jugendlichen der Kick-Mit-Mannschaft des SC Borussia 05 Köln-Kalk auch. An einem Freitagabend sind zehn Kinder gekommen. Enosch spielt trotz seiner Gehhilfe wie selbstverständlich mit. Moritz und Paula sind Geschwister und immer dabei. Sie alle verbindet eine Sache: Sie haben eine körperliche oder geistige Behinderung. Aber das hindert sie nicht daran, ihrem großen Hobby nachzugehen.

Für ihr großartiges Engagement bei der Integration behinderter Menschen in den Vereinssport haben die Verantwortlichen von Borussia Kalk kürzlich die Sepp-Herberger-Urkunde der DFB-Stiftung Sepp Herberger im Bereich Inklusion im Fußball-Verband Mittelrhein überreicht bekommen.

„Diese Mannschaft und die Kinder und Jugendlichen, die einmal in der Woche bei uns auf der Anlage trainieren, sind uns ein großes Anliegen“, sagt Achim Schmitz, der das Team betreut. „Es ist toll mit an zu sehen, mit welcher Freude und Begeisterung sie dabei sind. Wenn der Ball rollt, spielt ihre Behinderung keine Rolle mehr. Dann wollen sie einfach nur gemeinsam kicken.“

Schmitz sitzt auf einer Bank vor dem Vereinshaus und bereitet die nächste Trainingseinheit vor. Immer freitags um 18:00 Uhr treffen sie sich und spielen dann eine Stunde lang Fußball. „Auf diese Art und Weise machen die Kinder und Jugendlichen in ihrer Gruppe positive Erfahrungen im Bereich Sport und Bewegung“, sagt Schmitz. „Unsere Erkenntnisse zeigen, dass sie in ihrer Freizeit und in der Schule selbstverständlicher und selbstbewusster an Teamsportarten und an allgemein sportlichen Aktionen teilnehmen. Außerdem entwickeln sie Freude an der Bewegung und transportieren diese in ihren Freizeitbereich. Sie werden in ihrem gesamten Auftreten sicherer und körperlich ausdauernder.“

Bei den Trainingseinheiten steht der Leistungsgedanke immer an zweiter Stelle. Jeder kann mitmachen. Es spielt keine Rolle, wie er durch seine Behinderung eingeschränkt wird. „Wir finden immer Mittel und Wege, um jeden auf dem Platz zu integrieren“, sagt Schmitz. „Klar sollen die Jungs und Mädels Tore schießen und sich über Erfolgen freuen. Aber noch wichtiger ist es uns, dass wir den Teilnehmern Spaß am Sport vermitteln und zeigen, wie wichtig Bewegung für ein gutes und gesundes Körpergefühl ist.“

Immer mehr Fußballvereine setzen sich für Inklusion ein. Manche sind seit Jahrzehnten auf ganz selbstverständliche Weise in diesem Bereich engagiert. Auch die DFB-Stiftung Sepp Herberger engagiert sich seit vielen Jahren für den Fußballsport für Menschen mit Behinderungen. Sie organisiert zudem auch den Spielbetrieb der Blindenfußball-Bundesliga und realisiert die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen.