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Avatar übersetzt in Gebärdensprache

Logo: Landschaftsverband Westfalen-Lippe
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Foto: LWL

Münster Menschen mit hochgradiger Hörbehinderung fällt das Lesen von Texten häufig schwer. "Denn wer nie hören konnte, muss die deutsche Schriftsprache wie eine Fremdsprache lernen", erklärt Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), anlässlich des Tags der Gehörlosen am Sonntag, den 29.9. Als Muttersprache gelte die deutsche Gebärdensprache (DGS), die sich in Satzbau und Grammatik stark von der Schriftsprache unterscheide. Durch die Internetseiten des LWL führt deshalb eine computeranimierte Figur, ein sogenannter Gebärdensprach-Avatar.

"Unser Ziel ist es, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen unser Internet gleichberechtigt nutzen können", sagt Matthias Löb. Dazu gehörten viele Videos in Gebärdensprache für gehörlose Besucher*innen. In der Regel übersetzt in solchen Filmen ein Gebärden-Dolmetscher die Schriftsprache durch eine Kombination aus Gebärden, Mimik, Mundbild und Körperhaltung. Im Vergleich zu herkömmlichen Gebärdenvideos bringe ein sogenannter Gebärdensprach-Avatar laut Matthias Löb mehrere Vorteile mit sich. So können die Videos geändert werden, ohne dass sie komplett neu produziert werden müssen. "Neben einer neutralen Präsentation kann der Avatar außerdem auch Stimmungen transportieren, was je nach Filminhalt sehr wichtig ist." Und da bei der Produktion durch die Wiederverwertung von Versatzstücken Kosten gespart würden, könnten wiederum mehr Inhalte in Gebärdensprache angeboten werden.

Der Gebärdensprach-Avatar des LWL ist Teil des neuen Inklusiven LWL-Internets. Alle Menschen sollen die Internetauftritte des Kommunalverbandes nutzen und verstehen - egal ob sie durch körperliche oder geistige Einschränkungen, aus Altersgründen, wegen ihrer Sprachkenntnisse oder aus anderen Gründen auf einen leichten Zugang zu den Inhalten angewiesen sind.

Link zur Internetseite des LWL

Ein Gedanke zu „Avatar übersetzt in Gebärdensprache

  1. Thomas Worseck

    Dieser Fall ist mal wieder ein Beleg, dass nicht mit kompetenten gehörlosen Menschen entschieden wurde, sondern über sie. Für die Laien unter uns: Die Avatare sind meilenweit davon entfernt, gut verständlich für gehörlose Menschen zu sein. Ich habe bis jetzt noch keinen gehörlosen Menschen getroffen, der die Umsetzung mit den Avataren gelobt hat. Habe mir die Seite von LWL angeschaut, auch hier nicht anders. Es ist eigentlich ein Skandal, dass dafür soviel Geld ausgegeben wird, obwohl deren Verständlichkeit für gehörlose Menschen sehr begrenzt ist, und es ist ein Skandal, dass die Behördenvertreter in Zeiten der UN-Behindertenrechtskonvention das "Nicht-ohne-uns-über-uns" nicht verstanden haben.

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