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Dank von Martin Theben zu seinem 50. Geburtstag

Dr. Martin Theben
Dr. Martin Theben
Foto: privat

Berlin (kobinet) Wenn es um die Geschichte des Berliner Gleichstellungsgesetzes geht, wenn vor Gericht für die Rechte behinderter Menschen gestritten wird, aber auch, wenn seine sechs Kinder auf der Matte stehen und den Papa fordern, dann ist der Berliner Rechtsanwalt Dr. Martin Theben zur Stelle. Am Sonntag durfte er sich aber von seinen Kindern und seiner Frau Bettina zu seinem 50. Geburtstag verwöhnen lassen. Zuvor hatte er aber noch Zeit, den kobinet-nachrichten ein paar Zeilen zu seinem Ehrentag zum halben Jahrhundert auf diesem Planeten zu schicken, in denen er u.a. denjenigen dankt, die immer wieder gegen Ungerechtigkeiten anrennen.

Im folgenden dokumentieren wir die Mail von Dr. Martin Theben an die kobinet-nachrichten, die er am Samstag geschickt hatte:

"Es wird Euch nicht interessieren, daher erzähle ich es Euch: Am kommenden Sonntag nulle ich zum ..xten mal und da drängt es einen, Bilanz zu ziehen. Das werde ich jetzt n i c h t tun. Schließlich habe ich schon alle genügend mit meiner behindertenpolitischen Chronologie (klingt sehr großspurig) genervt. Ich möchte vielmehr die Gelegenheit wahrnehmen, Euch/Ihnen allen für Euer/Ihr Engagement herzlich zu danken. Ich habe mich ja schon seit längerer Zeit aus der aktiven behindertenpolitischen Arbeit zurückgezogen und dabei wird es auch bleiben. Stattdessen 'indoktriniere' ich jetzt Studierende, versuche mich ab und an an Aufsätzen, hüte meine sechsköpfige Kinderschar, genieße meine Ehe mit einer großartigen (ehemaligen) Aktivistin und soll wohl auch mal als Rechtsverdreher tätig sein – das reicht, denke ich.

Nach dem heißen Sommer scheinen wir uns ja fast schon in einer behindertenpolitischen Eiszeit zu befinden. Es bedarf also eines heißen Herbstes. Manche Gesetzentwürfe rauben uns schier den Atem. Viele kämpfen gegen die Kassen um eine teilhabeorientierte Hilfsmittelausstattung, aber der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) will mit Billigung mancher Bundestagsabgeordneter Bluttests zur Erkennung (und Verhinderung) von Down-Syndrom als Kassenleistung freigeben … da ist was faul im Staate. Wiederum andere kämpfen noch immer darum, dort und so zu leben, wie es ihnen beliebt - und die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) läuft, mal besser, oft genug aber auch schlechter. Doch wenn ich dann, etwa in den tagesthemen sehe, wie einem Minister von einer Gruppe älterer und jüngerer Aktiver die Leviten gelesen werden, oder andere frühmorgens aufbrechen, um Markus Igel, glänzend (wenn ich mir das Urteil anmaßen darf!) durch den berühmten, kompetenten und couragierten Hamburger Kollegen vertreten, in seinem Freiheitskampf vor Gericht beistehen, wird mir um die Zukunft unserer Bewegung nicht bange. Mir gefällt u.a. bei dem Engagement für Markus Igel, dass Frau Rüffer, die wie weiland der Kollege Seifert, leidenschaftlich für unsere Interessen im Plenum des Bundestags streitet, keine Sonntagsreden hält, sondern immer persönlich vor Ort war - großartig!

Neben dem Forum der behinderten Juristen verfügen wir eben mit Oliver Tolmein, Felix Welti und Valentin Aichele über großartige juristische Verbündete und wir tun sehr gut daran, uns weiter ihrer Expertise zu bedienen. Theresia Degener hat unser Land behinderten- und menschrechtspolitisch auf Weltniveau gehoben (das müssen Politik, Justiz und Verwaltung nur noch begreifen!). Ottmar, Sigrid, Hans-Günter, Sieglinde und Dominik begeistern mich noch immer in ihrem Wirken; gerade der Berliner Behindertenverband (BBV e.V.) macht wie die LV Selbsthilfe nicht nur tolle inhaltliche, sondern auch prächtige Nachwuchsarbeit (ich liebe die Beiträge und Interviews von Christian Grothaus). Der Landesbeirat in Berlin zeigt wieder klare Kante! Die Sozialhelden oder die Aktiven von AbilityWatch sind für mich Helden wegen ihrer Kampfeslust und ihren innovativen Ideen. Den mir lange verbundenen Berliner Aktiven möchte ich danken. Ihr habt meine behindertenpolitische Adoleszenz begleitet und mein Profil geschärft. In jedem Fall habt Ihr Euch alle um die Stadt und das Land verdient gemacht. So, die Schleimspur ist gelegt. Rutscht nicht darauf aus. Bleibt wo - äh - wie Ihr seid."