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Pränataler Bluttest: Brief an G-BA

Gemeinsamer Bundesausschuss
Gemeinsamer Bundesausschuss
Foto: B-DA

BERLIN (KOBINET) Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) diskutiert heute in öffentlicher Sitzung über ein brisantes Thema. Über ein Methodenbewertungsverfahren zum nicht-invasiven Bluttest auf Trisomie soll beraten und entschieden werden. Die Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen), Hubert Hüppe (CDU), Dagmar Schmidt (SPD) und Kathrin Vogler (Die Linke) äußerten sich sehr besorgt, weil das Methodenbewertungsverfahren ein entscheidender Schritt wäre, um den vorgeburtlichen Bluttest auf Trisomie 21 (Down-Syndrom) zu einer regulären Kassenleistung zu machen.

Die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, könnte auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen, diese Angebote nutzen zu müssen, warnen die Abgeordneten. Damit erhöhten sich möglicherweise auch der Druck und die individuelle Verantwortung, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern, die sich dann gegen den Test oder wissentlich für ein behindertes Kind entscheiden, könnten immer mehr in Erklärungsnöte geraten.

Dass der G-BA den entsprechenden Antrag mitten in der Sommerpause beraten will, erweckt nach Ansicht der Abgeordneten den Eindruck, dass diese brisante Entscheidung möglichst unter dem Radar der Öffentlichkeit getroffen werden soll. Es bleibe abzuwarten, was der Deutsche Ethikrat, den der G-BA im weiteren Verfahren einbinden will, dazu sagen werde.