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Erfahrungen als Landtagsabgeordneter

Porträtfoto Maik Nothnagel
Porträtfoto Maik Nothnagel
Foto: Rolf Barthel

DUDERSTADT (KOBINET) Insgesamt war Maik Nothnagel 12 Jahre lang Landtagsabgeordneter des Landes Thüringen. Heute berichtete der selbst behinderte ehemalige Abgeordnete beim Sommercamp in Duderstadt über seine Erfahrungen als Landtagsabgeordneter. Dabei betonte der Thüringer wie wichtig die Selbstvertretung behinderter Menschen und vor allem das politische Engagement für die Menschenrechte behinderter Menschen ist.

Nachdem sich eine Arbeitsgruppe am Morgen mit der in Deutschland noch äußerst mangelhaften Beteiligung behinderter Menschen und der Selbstvertretungbewegung beschäftigt hat, zeigte Maik Nothnagel am Nachmittag ganz konkret auf, was möglich ist, wenn man sich als behinderter Menschen selbst in die Politik einmischt. Dass dieser Weg nicht leicht ist, daraus machte Maik Nothnagel keinen Hehl, der in seiner politischen Karriere so manche Höhen und Tiefen erlebte. Eines war für den Thüringer mit Leib und Seele aber immer klar, dass er sich auf die Seite behinderter Menschen stellt und ihre Interessen vertritt. So musste er sich immer wieder gegen massive Kritik aus dem Bereich der Werkstätten für behinderte Menschen und deren Träger wehren, weil er das Aussonderungssystem kritisierte. In seiner eigenen Partei machte er sich auch nicht immer Freunde, weil er Position bezog.

In Thüringen konnte Maik Nothnagel aus der Opposition heraus für die LINKEN viele Anstöße in Sachen Behindertenpolitik geben und Bewusstseinsbildung betreiben. Als die LINKE dann an die Regierung kam, reichte es für Maik Nothnagel nicht mehr für einen sicheren Listenplatz in der Partei, so dass er nun nicht mehr im Landtag vertreten ist. Er gibt aber nicht auf und ist umso mehr davon überzeugt, dass es für eine menschenrechtsorientierte Behindertenpolitik unablässlich ist, dass auch behinderte Menschen, die über ihren eigenen Tellerrand hinaus schauen in den Parlamenten vertreten sind. Wolfgang Schäuble sei dafür aber kein Vorbild, denn sein Wahlkreisbüro ist nicht einmal barrierefrei erreichbar. Dies war für Maik Nothnagel keine Frage, auch wenn dies Mehrkosten verursachte.