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Rechtsradikaler Anschlag in Jüterbog

Blick in die Turmstube nach dem Anschlag, der einem Spaziergang gegen Asylbewerber folgte
Blick in die Turmstube nach dem Anschlag, der einem Spaziergang gegen Asylbewerber folgte
Foto: Andrea Fichtmüller

UNBEKANNT (KOBINET) Nach einer heftigen Explosion in einer evangelischen Einrichtung in Jüterbog haben heute Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter und der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, den Anschlag von rechtsradikalen Asyl-Gegnern  verurteilt. „Wir werden ihnen keinen Zentimeter weichen", sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter bei einem Treffen, zu der die Kirchengemeinde der Stadt nach dem Anschlag auf den auch von Flüchtlingen besuchten Treffpunkt für Kinder und Jugendliche eingeladen hatte. Gelegentliche kobinet-Leser berichten.

Am Freitagabend waren nach einem NPD-Aufruf unter dem Motto "Nein zum Asylwahn, Ja zu Jüterbog" etwa 150 Leute mit Fackeln durch das 12.000-Einwohner-Städtchen gezogen. Ihnen traten etwa 500 Gegendemonstranten entgegen. Von einem befreundeten Journalisten und gelegentlichen kobinet-Leser erhielt die Redaktion heute Abend einen Bericht:

Ab 17.30 waren wir auf dem Marktplatz vor "Brandenburgs ältestem Rathaus", rote Grablichter in den Händen wie 500 andere Leute. Kleines Programm mit Ansprachen und Musik, um 18.45 mussten wir vom Platz, da die NPD-Leute ihren "Spaziergang" eher angemeldet hatten und vom Bahnhof bis zum Markt unter Parolen "Deutschland den Deutschen!" marschierten, 150 Leute. Es sollte sie nicht geben und es gab auch keine Berührung. Wir verzogen uns samt Kerzen in die Nikolaikirche, die seit den Predigten von Tetzel  wohl nicht mehr so voll gewesen war. Kleines Programm, einer sang rührende Lieder ("Wolke 4"), die Glocken wurden unaufhörlich geläutet, um die "Bösen" zu übertönen. Es wurde 21.00 Uhr in der Kirche. Dann wieder Marktplatz, symbolisches Ausfegen, um den rechten Dreck wegzukriegen. Viel Polizei, keine Probleme.

Nachts halb zwölf Feuerwehr-Sirenen. Irgendwelche Elemente hatten in Jüterbog Scheiben eingeschlagen und Explosionskörper in die Turmstube, eine kleine Räumlichkeit in einem der Stadtmauertürme, geworfen. Schaden dreitausend Euro oder mehr. Hier hatten Andrea und ich den Sonnabend-Treff für Asylbewerber und Jüterboger mit aus der Taufe gehoben. Oft waren wir da, Tee kochen und reden.

UNBEKANNT (KOBINET) Kategorien Nachrichten

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sfms670