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Theresia Degener: Protest gegen Singer

Theresia Degener am Rednerpult
Theresia Degener am Rednerpult
Foto: Rolf Barthel

UNBEKANNT (KOBINET) Theresia Degener begrüßt die Protestkundgebung „Kein Forum für Peter Singer" und übersandte heute Grußworte, weil sie selbst leider nicht teilnehmen könne. "Peter Singer ist ein erfolgreicher Wissenschaftler und ein Mensch, der sich verdienstvoll für den Tierschutz einsetzt. Er soll seine Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit und seine Wissenschaftsfreiheit genießen können", so die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. "Aber er soll nicht die Menschenrechte anderer Menschen in Frage stellen."

Als vor fünfundzwanzig Jahren die Behindertenbewegung zusammen mit anderen sozialkritischen und kirchlichen Gruppen gegen die Auftritte von Peter Singer in Deutschland protestierte, war sie dabei. "Ich war dabei, nicht weil ich eine Gegnerin der Meinungsfreiheit war, sondern weil ich der Meinung war, dass diese Proteste notwendig waren, um die Menschenwürde und die Gleichheitsrechte behinderter Menschen zu verteidigen", so Degener.

Als vor fast zehn Jahren die Behindertenrechtskonvention in New York verabschiedet wurde, war sie erleichtert, weil endlich die Menschenrechte behinderter Menschen verbindlich festgeschrieben wurden: "Ich war froh, dass Menschen wie Peter Singer, nicht genügend Einfluss und Ansehen hatten, um die UN-Behindertenrechtskonvention und ihren Geist zu verhindern. Von den acht allgemeinen Prinzipien, die diesem Geist innewohnen sollen hier zwei genannt werden: die Achtung vor der dem Menschen innewohnenden Würde (Art. 3 a) und die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit (Art. 3 d)."

Peter Singer zu würdigen bedeutet nach Ansicht der Wissenschaftlerin, diesen Geist in Frage zu stellen: "Auch wenn es bei der Preisverleihung nun um seine Verdienste um den Tierschutz geht, wird dieser Geist der Behindertenrechtskonvention angefochten. Denn ohne die Abwertung behinderter Menschen, denen er einen Personenstatus aberkennt, ohne seine These, ein Schwein habe einen höheren moralischen Status als bestimmte schwerbehinderte Säuglinge, sind seine Positionen zu Tierrechten nicht zu haben. Er wertet Tiere und deren moralischen Status auf, indem er bestimmte behinderte Menschen abwertet. Die Abwertung behinderter Menschen ist der Preis für die Aufwertung der Tiere. Deshalb ist die Anerkennung seiner Verdienste um die Tierrechte leider implizit auch eine Anerkennung seiner Positionen zu Euthanasie."

UNBEKANNT (KOBINET) Kategorien Nachrichten