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Gute Vernetzung für Teilhabe wichtig

Jürgen Schmidt
Jürgen Schmidt
Foto: DIE LINKE Meiningen

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Foto: DIE LINKE Meiningen

MEININGEN (KOBINET) "Teilhabe braucht Maßnahmen" – diese Überschrift stand über einer Podiumsdiskussion, bei der VertreterInnen von Landratsamt, Kreistag, Schulamt und Mitglieder von Behindertenverbänden im Rahmen des Meininger Gesundheitstages über Themen wie Inklusion, Teilhabe oder lokale Aktionspläne diskutierten.

Am Anfang eines Aktionsplanes steht eine Bestandsaufnahme der Situation von Menschen mit Behinderungen. Auf der Basis dieser Daten werden dann konkrete Projekte in Angriff genommen werden. Sabine Weigelt, die Geschäftsführerin des Jenaer Zentrums für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen, unterstützt die Aufstellung und Umsetzung derartiger Aktionspläne, genauso wie Jürgen Schmidt, der Vorsitzende des Behindertenverbandes des Kreises. „Ich werde dieses Thema demnächst an den Kreistag herantragen“, sagte Jürgen Schmidt, der gleichzeitig auch für die Linke-Fraktion im höchsten kreislichen Gremium sitzt. Auch Vizelandrat Klaus Thielemann (CDU) will sich dem Thema annehmen. Richard Rossel (Freie Wähler), Vorsitzender des Kreisentwicklungs- und Bauausschusses und Bürgermeister von Zella-Mehlis, gab zu bedenken, dass ein lokaler Aktionsplan in einer Stadt eine andere Dimension habe als im ländlichen Raum, in einem Flächenlandkreis. Bisher gibt es lokale Aktionspläne in Thüringen nur in den kreisfreien Städten in Jena, Erfurt und Weimar.

Erstaunliche Zahlen hat eine vom Landkreis in Auftrag gegebene Studie hervorgebracht. Danach liegt die Gesamtzahl der Betroffenen, also der Menschen mit Behinderungen, im Landkreis bei 23.517. Das sind 18,73 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Bundesvergleich ist das ein überdurchschnittlicher Wert. Der Bundesschnitt liegt bei 12 Prozent. Die Fragebogenaktion war anlässlich des Gesundheitstages im März 2014 gestartet worden. Der Sozialwissenschaftler Jens Uhlig aus Erfurt hat sie ausgewertet. 

Bei der Befragung wünschten sich die Betroffenen Verbesserungen vor allem in drei Bereichen. Zum einen sehen sie in der Öffentlichkeit noch immer Informationsmängel und Vorbehalte, was das Leben von und mit behinderten Menschen anbelangt. „Bessere Einbeziehung der Betroffenen, mehr Kommunikation“, heißt es beispielsweise stellvertretend für viele in einer der Antworten. Auch wünschen sich viele Menschen mit Behinderungen verbesserte Möglichkeiten zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe.

Ein weiterer Bereich, in dem sich die Betroffenen mehr Aktivitäten vorstellen können, ist der Ausbau der Barrierefreiheit in allen Bereichen damit die Mobilität und die Teilnahmemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen verbessert werden kann. Eine inklusive Bildung steht bei dem Wunschkatalog auch ganz oben. Allerdings wurde hier in der Debatte auch darauf verwiesen, dass hierbei vor allem das Land gefordert ist, um die Rahmenbedingungen für inklusive Bildung an den Schulen besser zu gestalten.

Wie themenübergreifend und verzahnt das Problem ist, stellte Jürgen Schmidt an einem Beispiel dar: „Eine freie Arztwahl für Menschen mit Behinderungen kann es erst dann geben, wenn wirklich alle Arztpraxen auch barrierefrei zu erreichen sind.“ „Das Wichtigste ist eine gute Vernetzung aller Akteure untereinander“, nahm  Richard Rossel aus der Veranstaltung mit. Für den Erfurter Sozialwissenschaftler Jens Uhlig zeigt die Auswertung der Umfrage unter den Betroffenen deutlich, dass sie sich eine Veränderung des Bildes vom „Behinderten“ wünschen. Behinderung sollte als eine Variante des „Normalen“ angesehen werden. „Die Gesellschaft ist dementsprechend umzugestalten – und zwar in allen Bereichen des Lebens“, so Uhlig.