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Über 14 Milliarden für Eingliederungshilfen

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Foto: omp

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WIESBADEN (KOBINET) Im Jahr 2013 wurden in Deutschland insgesamt 25 Milliarden Euro netto für Sozialhilfeleistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII "Sozialhilfe") ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilt, entsprach dies einer Steigerung um 4,3 Prozent gegenüber 2012. 14,038 Milliarden Euro werden davon netto für die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen aus der Sozialhilfe aufgewendet.

Im Vergleich zum Vorjahr (2012) haben sich die Nettoausgaben der Eingliederungshilfen von 13,728 Milliarden um ca. 300 Millionen erhöht. Im Jahr 2005 beliefen sich die Nettoausgaben für die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen noch auf 10,111 Milliarden Euro. Betrachtet man sich die Gesamtausgaben für die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen, also den Betrag inklusive der Erstattungen von anderen Trägern an die Sozialhilfe, dann waren es im Jahr 2013 Gesamtausgaben der Eingliederungehilfen für behinderte Menschen in Höhe von 15,575 Milliarden Euro. Hier beläuft sich die Steigerung der Ausgaben auf fast 450 Millionen Euro im Vergleich zu 2012, wo die Gesamtausgaben für die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen noch bei 15,128 Milliarden Euro lagen.

„Auch wenn viele behinderte Menschen in ihrer aktuellen Lebenssituation im Hinblick auf die Inklusion nur wenig davon merken, steckt im System der sogenannten Eingliederungshilfen für behinderte Menschen sehr viel Geld. Dieses könnte wesentlich sinnvoller im Sinne der behinderten Menschen und der Inklusion personenzentriert eingesetzt werden, denn ein Großteil der Gelder fließen immer noch in Sondereinrichtungen und in Sonderwelten statt wie von der UN-Behindertenrechtskonvention gefordert in das selbstbestimmte und inklusive Leben behinderter Menschen“, erklärte Ottmar Miles-Paul. Für den Koordinator der Kampagne für ein gutes Bundesteilhabegesetz zeigen diese Zahlen auch, wie dringend wir in Deutschland ein Bundesteilhabegesetz brauchen, um den Fluß der Geldströme endlich auf Inklusion und im Sinne der Selbstbestimmung behinderter Menschen umzustellen. „Hier fließt enorm viel Geld in Systeme, die behinderte Menschen aussondern, oftmals klein halten und ihnen zum Teil bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ihre Defizite und die Unmöglichkeit der Inklusion deutlich machen.“ Dies zeigten die minimalen Veränderungsprozesse der Einrichtungen im Bereich des Wohnens, Arbeitens und Lernens der letzten Jahre. Statt die bestehenden Möglichkeiten wie Persönliche Budgets zu fördern und zu nutzen, werde meist am bestehenden System festgehalten. Während überall Inklusion gerufen werde, zeige sich bei genauem Hinschauen, dass oft der alte Wein in neuen Schläuchen fließe. „Je konkret man hinschaut, was sich für einzelne behinderte Menschen verbessert, um so deutlich wird, dass diese meist von den schönen Worten und steigenden Ausgaben nicht profitieren. Das muss sich ändern, indem der Gesetzgeber klare Regelungen für die Inklusion schafft und diese gezielt fördert und auf deren Umsetzung drängt“, so Ottmar Miles-Paul.