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Inklusionspreis an fünf Unternehmen verliehen

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BERLIN (KOBINET) Arbeitgeber profitieren von der Vielfalt ihrer Beschäftigten – das zeigen die fünf Unternehmen, die gestern in Berlin mit dem "Inklusionspreis 2014" ausgezeichnet wurden. Der vom UnternehmensForum ausgelobte Preis prämiert beispielhaftes Engagement in der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Handicap. In diesem Jahr wurde er gemeinsam mit der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit und der Charta der Vielfalt verliehen.

Auszeichnungen gab es für SAP, Stegmann Personaldienstleistung, Schneider Electric, Forever Clean und Freiämter Hof / Praxis Heide Forstreuter-Walbert. Zu den LaudatorInnen gehörte bei der Preisverleihung die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele. Sie würdigte das Engagement der Preisträger: „Die mit dem Preis ausgezeichneten Unternehmen beweisen es: Inklusion am Arbeitsmarkt funktioniert, sie ist ein echter Gewinn für beide Seiten. Besonders in Zeiten drohenden Fachkräftemangels kann unsere Wirtschaft es sich nicht leisten, auf das Potential von Menschen mit Behinderung zu verzichten. Die Unternehmen zeigen, wie es gehen kann, und diese Vorbilder brauchen wir.“

Über 80 Unternehmen hatten sich um den Preis beworben, fünf davon wurden gestern mit dem begehrten Preis ausgezeichnet: In der Kategorie „Mehr als 10.000 MitarbeiterInnen“ erhielt der Softwarekonzern SAP SE den Preis. Das Unternehmen setzt seine Beschäftigten talent- statt defizitorientiert ein und hält seine Inklusionsziele in einem Aktionsplan fest. Mit der Beschäftigung von Menschen im Autismus-Spektrum als IT-Consultants gelang es SAP, einen medialen Diskurs zum Thema auszulösen – ein Engagement, das die Jury besonders überzeugte.

Stegmann Personaldienstleistung erhielt den Preis in der Kategorie „1.001 bis 10.000 MitarbeiterInnen“. Als erstes deutsches Zeitarbeitsunternehmen erfüllt Stegmann die 5-Prozent-Schwerbehinderten-Quote – und erzielt dabei besondere Multiplikationseffekte: Einerseits werden Menschen mit Behinderungen bevorzugt im eigenen Unternehmen eingestellt, andererseits vermittelt Stegmann qualifizierte Fachkräfte mit Behinderung an Arbeitgeber und baut so mögliche Barrieren bei den Kunden ab.

Mit einer Beschäftigungsquote von 8.3 Prozent überzeugte die Schneider Electric Sachsenwerk GmbH die Jury in der Kategorie „101 bis 1.000″ MitarbeiterInnen“: Inklusion ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie, für leistungsgewandelte und behinderte Mitarbeitende werden hier ganz individuelle Lösungen geschaffen. Jugendliche mit und ohne Behinderungen bildet das Unternehmen gemeinsam aus und verwirklicht so auf besondere Weise den Inklusionsgedanken.

Auch Forever Clean, Gewinner in der Kategorie „11 bis 100 MitarbeiterInnen“, verwirklicht Inklusion auf besondere Weise. Aufgrund eigener Erfahrungen will die Geschäftsführerin des Reinigungsunternehmens gesellschaftlich benachteiligten Menschen eine berufliche Chance geben – und ist dabei nachhaltig erfolgreich: Mit dem Außeneinsatz von Angestellten mit Behinderung erzielt sie positive Effekte bei Kunden. In einer von Fluktuation geprägten Branche ist es dem Unternehmen außerdem gelungen, eine stabile Beschäftigtenstruktur zu schaffen.

Persönliches Engagement war auch bei den Gewinnern der Kategorie „1 bis 10 Mitarbeiter“ ausschlaggebend: Seit seinem 16. Lebensjahr ist Manuel Reinbold querschnittsgelähmt, trotz Ausbildung fand er keinen Arbeitsplatz. Eine Kooperation seiner Hausärztin Dr. Heide Forstreuter-Walbert mit dem im selben Haus ansässigen Gasthof Freiämter Hof ermöglichte ihm schließlich den Weg ins Arbeitsleben. Die beiden Kleinbetriebe nahmen kostenintensive Planungs- und Umbaumaßnahmen in Kauf, um dem jungen Mann jeweils in halber Stelle zu beschäftigen.

Die Gewinner des Inklusionspreises 2014 beweisen, dass Inklusion unabhängig von der Unternehmensgröße gelingt: „Wenn Arbeitgeber ihren Beschäftigten – egal ob mit oder ohne Behinderung – die Möglichkeit geben, ihre besonderen Fähigkeiten einzubringen, profitieren alle Beteiligten“, so das positive Fazit der Initiatoren.