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WALLDORF BEI HEIDELBERG (KOBINET)
WALLDORF BEI HEIDELBERG (KOBINET) Über 19.000 Menschen unterstützen bereits die vor kurzem gestartete Petition auf change.org an Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch für den Besuch des Gymnasiums des elfjährigen Henri mit Down-Syndrom.
Henri ist die letzten Jahre in eine der ersten echten gruppenbezogenen inklusiven Grundschulklassen Baden-Württembergs gegangen. Jetzt steht der Wechsel in eine weiterführende Schule an. „Für Henris Entwicklung ist es unglaublich wichtig, dass er auch weiterhin gemeinsam mit seinen Klassenkameraden lernen kann. Deshalb möchte Henri mit ihnen gemeinsam als Gruppe auf’s Walldorfer Gymnasium wechseln“, heißt es in der Petition. Die Schulversuchsordnung mache dies möglich.
Das Lehrerkollegium der nahegelegenen Schule hat Henri jedoch den Zugang zum Gymnasium verweigert. Obwohl für Henri bereits vollumfängliche sonderpädagogische Unterstützung und Begleitung gesichert ist, trotz der vollen Unterstützung durch das Schulamt und Kultusministerium, obwohl das Gymnasium Vorlaufzeit zur Vorbereitung hatte, heißt es weiter in der Petition.
Für Ottmar Miles-Paul vom Netzwerk Artikel 3 ist es völlig unverständlich, dass sich GymnasiallehrerInnen in Deutschland weiterhin so vehement und anscheinend erfolgreich gegen die Aufnahme behinderter SchülerInnen wenden können. Gerade das Gymnasium hätte seiner Meinung nach dringend ein lerndifferentes und flexibleres Lernen nötig. „Es ist komisch von einer Inklusionstour aus Südtirol zurück zu kommen, wo es gesetzlich seit 1987 geregelt ist, dass behinderte Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich die Oberschule besuchen können, um dann hierzulande erleben zu müssen, dass sich LehrerInnen weiterhin anscheinend erfolgreich gegen die Aufnahme behinderter Kinder am Gymnasium wehren können. Deshalb habe ich gleich nach dem Anschalten des Computers die Petition unterschrieben. Wenn ich in Südtirol eines gelernt habe, dann ist es, dass wir auch hierzulande konsequent die Abschaffung aller Sonderschulen und Sonderklassen voran treiben und gleichzeitig die adäquate Unterstützung an den Schulen vor Ort verankern müssen. Denn dann können behinderte Kinder nicht mehr an andere Schulen abgeschoben werden“, erklärte Ottmar Miles-Paul. Was in Südtirol schon seit über 30 Jahren Praxis sei, müsse doch auch an deutschen Schulen möglich sein.




