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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das den Unterschied zwischen Pflege-Sachleistungen (professionelle Pflege) und Pflege-Geldleistungen (Familien-Pflege) nach dem SGB XI (Pflegeversicherung) als gerechtfertig ansieht, hat den Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) enttäuscht. Sein Vorsitzender Ilja Seifert kritisierte heute, dass ungleicher Lohn für gleichwertige Arbeit zementiert werde.
Der ABiD sei enttäuscht, dass nach wie vor so getan werde, als könne „häusliche Pflege“ von Familienangehörigen einfach so nebenbei „miterledigt“ werden. Es werde gern „anerkennend“ vom „Ehrenamt“ geredet. Aber es handele sich sehr oft um ein hohes Maß an Selbstausbeutung, der sich Angehörige unterziehen, um ihre Familienmitglieder nicht in ein „Heim“ abschieben zu müssen.
Dem ABiD sei bewusst, dass eine bloße Anhebung der Pflege-Geldleistungen auf das Niveau der Sachleistungen bei weitem noch nicht dem Anspruch auf einkommens- und vermögensunabhängige personale Assistenz decke. Aber sie wäre ein positiver Schritt in die richtige Richtung. Sie hülfe vielen Familien sofort. „Langfristig brauchen wir ein modernes Verständnis von assistierender Pflege bzw. pflegender und begleitender Assistenz und eine bedarfsdeckende Absicherung des Rechts auf volle Teilhabe“, so der Verbandsvorsitzende.




