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Geist des Empowerments wehte durch Mainz

Bild von der Schulung
Bild von der Schulung
Foto: ISL

MAINZ (KOBINET) Bunt und engagiert ging es am Wochenende im weitgehend barrierefreien Hotel INNdependence in Mainz bei der ersten Empowerment-Schulung "Stärker werden und etwas verändern!" zu. Dabei wurde klar: "Empowerment ist nicht nur lernbar, sondern macht auch Spaß". Zum Abschluss des ersten von vier Schulungsblöcken entwickelten die TeilnehmerInnen konkrete Projekte, die sie in den nächsten Monaten zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voran treiben werden.

Im Rahmen des vom Bundesministerum für Arbeit und Soziales geförderten Projektes der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) "Partizipation durch Empowerment" werden in den folgenden Monaten Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen aus Baden-Württemberg, dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz modellhaft in Mainz geschult. Ziel dabei ist neben der Stärkung der einzelnen TeilnehmerInnen die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voran zu treiben. "In Artikel 4 der UN-Behindertenrechtskonvention ist klar geregelt, dass behinderte Menschen und ihre Organisationen bei der Entwicklung von Gesetzen und Initiativen, die behinderte Menschen betreffen, zu beteiligen sind. Damit dies auch wirkungsvoll bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geschehen kann, müssen behinderte und chronisch kranke Menschen auch entsprechend geschult werden. Denn viel zu oft finden Veranstaltungen und Entscheidungen noch ohne die Beteiligung behinderter Menschen statt oder geschieht dies nur pro forma", erklärte Ottmar Miles-Paul, der die Schulungen zusammen mit der Empowerment und Diversity Trainerin Eileen Moritz leitet.

Bei einem ersten Zusammentreffen mit dem rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch, der die Schirmherrschaft für die Empowerment-Schulung in Mainz übernommen hat, wurde es für die TeilnehmerInnen gleich ernst. Ihre Aufgabe war es, den Besuch und das Gespräch mit dem Landesbehindertenbeauftragten entsprechend vorzubereiten, selbst zu moderieren und ihm entsprechende Fragen zu stellen. "Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich wurde am Eingang gut empfangen und in den Seminarraum begleitet. Mir wurde gleich ein Kaffee angeboten und ich erlebte eine spannende und engagierte Diskussion", so das Resümee des Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz Matthias Rösch nach dem Besuch der Schulung. Für Marianne Münz war es ein Sprung ins kalte Wasser. Der ehemaligen Vorsitzenden des Gesamtwerkstattrates der kreuznacher diakonie kam nämlich die Aufgabe zu, die Veranstaltung mit dem Landesbehindertenbeauftragten zu moderieren. Eine Stunde lang sorgte sie dafür, dass die Diskussion geordnet ablief, die TeilnehmerInnen sich und ihre Anliegen in einer Vorstellungsrunde präsentieren und ihre Fragen stellen und natürlich, dass der Landesbehindertenbeauftragte über seine Arbeit und Ziele berichten konnte. Wie geplant verabschiedete sie den Landesbehindertenbeauftragten pünktlich um 16.00 Uhr mit einem kleinen Gastgeschenk. "Denn auch Landesbehindertenbeauftragte müssen immer wieder gestärkt werden", wie sie betonte als sie Matthias Rösch ein kleines Päckchen Gummibärchen übergab.

In der Auswertung der Diskussion machte Matthias Rösch deutlich, wie wichtig es ist, dass auch behinderte Menschen, die beispielsweise eine Sprachbehinderung haben und Assistenz brauchen, selbst Verantwortung übernehmen können und wie im Falle von Marianne Münz beispielsweise mit Assistenz eine Veranstaltung moderieren. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass die Einbeziehung behinderter Menschen ernst genommen wird", so Matthias Rösch. Und wie war das für Marianne Münz? "Ich bin ganz schön ins Schwitzen gekommen, habe es aber geschafft", sagte sie in der Auswertung. Dies war für Marianne Münz eine gute Übung, denn sie möchte zukünftig verstärkt als Referentin und Seminarleiterin arbeiten, so ihr Ziel, um die Behindertenrechtskonvention gezielt voran treiben zu können. Das abschließende Gruppenfoto mit dem Landesbehindertenbeauftragten durfte natürlich nicht fehlen.

Die Empowerment-Schulung in Mainz stellt den Anfang einer Reihe von Empowerment-Schulungen für verschiedene Regionen in Deutschland dar. Während die erste Schulung für behinderte und chronisch kranke Menschen aus Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz nun schon läuft, kann man sich derzeit noch bis 5. Mai für die zweite Schulung in Erfurt für behinderte und chronisch kranke Menschen aus Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bewerben. Die Ausschreibungen für die weiteren Schulungen für die restlichen Bundesländer folgen in den nächsten Wochen und werden auf der Internetseite des Projektes unter http://www.isl-ev.de/index.php/de/aktuelles/projekte/empowerment-schulung veröffentlicht.

MAINZ (KOBINET) Kategorien Nachrichten

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdkt240

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