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Recht auf Leichte Sprache gesetzlich regeln

Schild: Halt bitte leichte Sprache
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Foto: Mensch zuerst

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KASSEL (KOBINET) Angesichts der Verhöhnung der Nutzung von Leichter Sprache durch den Chefredakteur von Focus-Money, Frank Pöpsel, in seinem Editorial (siehe kobinet-nachrichten vom 15.11.2013) fordert Stefan Göthling von Mensch zuerst, dass das Recht auf Informationen in Leichter Sprache endlich gesetzlich festgeschrieben wird.

Frank Pöpsel hatte sich über den Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Anton Hofreiter, anhand dessen Informationen in Leichter Sprache auf seiner Homepage lustig gemacht und dadurch das Wirken der Grünen abgewertet. „Ich habe mich über den Artikel von Focus-Money Chef Frank Pöpsel unheimlich geärgert. Da wird jemand lächerlich gemacht, nur weil er etwas tut, was normal sein müsste. Nämlich Informationen auch so zu geben, damit sie alle verstehen. Also in Leichter Sprache. Wenn ein normaler Journalist das macht, ärgert mich das zwar auch. Aber wenn ein Chefredakteur ein solch schlechtes Beispiel gibt, haben wir ein Problem in unserer Gesellschaft mit der Leichten Sprache“, erklärte der Geschäftsführer von Mensch zuerst, Stefan Göthling. Deshalb fordert die Selbstvertretungsorganisation von Menschen mit Lernschwierigkeiten auch endlich ein Recht auf wichtige Informationen in Leichter Sprache. Vor allem im Hinblick auf die Rechte behinderter Menschen müsse es normal sein, dass es diese auch in Leichter Sprache gibt. Deshalb erwartet Mensch zuerst von einem Bundesteilhabegesetz, dass auch die Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten durch ein Recht auf Informationen in Leichter Sprache gestärkt wird. „Denn wie sollen wir wissen, welches unsere Rechte und Pflichten sind. Wenn die Informationen so kompliziert sind, dass wir gar keine Chance haben, sie zu verstehen?“ fragt sich Stefan Göthling.

„So wie es mittlerweile gesetzlicher Standard ist, dass eine Rampe nicht steiler wie sechs Prozent sein darf, muss endlich auch geregelt werden, dass Informationen so gestaltet werden, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten eine Chance haben, sie zu verstehen. Dann kapiert auch vielleicht der eine oder die andere Journalistin, dass die Zeit vorbei ist, jemanden lächerlich zu machen, weil er ein Menschenrecht von behinderten Menschen achtet“, so Stefan Göthling.

Bereits im Sommer hatte sich Mensch zuerst bei der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen beschwert, weil ein Journalist sich über das Wahlprogramm der Grünen in Leichter Sprache lustig gemacht hatte.